Archive for the 'Uncategorized' Category

Harun Farocki †

Fleischatlas 2014

Für eingefleischte Vegetarier nicht neues – gutes Futter, um sich bei Fleischfreunden beliebt zu machen:

DER FLEISCHATLAS 

Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel der Monde Diplomatique zum download als PDF.

 

 

die herde wächst

Loophole4All-stripe1

Von Steuerparadiesen haben wir schon gehört, doch welches Ausmaß und welche strategische Rolle diese spielen, ist wohl den wenigsten bewusst. Die Aktion loophole4all.com möchte das Ändern. Über diese Site ist es angeblich jedem möglich für nur 99 cent die Identität einer Offshore-Firma zu kaufen, um dann über selbige Geschäfte abzuwickeln. Wie das alles funktionieren soll, ist mir nicht klar – soll es wahrscheinlich auch gar nicht. Doch eine Suche im zur Verfügung gestellten Firmenverzeichnis enthüllt: unzählige bekannte und weniger Bekannte Unternehmen befinden sich dort. Auf der Doc-Seite findet man dort die Hintergrundinformationen und interviews mit Experten, die das Geschäft rund um die Steuerparadiese und dessen Auswirkungen erklären.

Die Aktion stammt von Paolo Cirio und hat bereits einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, u.a. wird sie auf Fast Company besprochen, unter dem Titel “200,000 Caymans Corporations Hacked For Art Project“. Cirio hat die Firmeninformationen wohl eher gescraped als irgendwelche Server gehackt zu haben, aber das spielt keine Rolle, ebenso wenig wie die Frage ob das nun Kunst ist oder Aktivismus, der unter dem rechtlichen Schutz der Freiheit der Kunst operiert.

“The Offshore world is the biggest force for shifting wealth and power from poor to rich in history… It harms the big wealthy nations too, even those that have turned themselves into tax havens.”from Treasure Islands by Nicholas Shaxson.

Bemerkenswert an der Aktion, dass hier nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt wird, sondern auch eine Menge ernsthafte Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Gefunden auf Nerdcore.

Dazu passt der Artikel „Steuerklasse Doppelnull“ aus der SZ vom 18.2.2013, in dem die Schwierigkeiten der G20 beschrieben werden, die legalen Steuerfluchstrategien der global operierenden Unternehmen einzuschränken. In der Infobox wird knapp erklärt, wie die Konstruktion über Steueroasen funktioniert.

Darauf bin ich verwunderlicher Weise bei einem Spaziergang durch München gestossen, durch ein Stencil, auf dem geschrieben stand:

“www.whatis-theplan.org”

 

The Plan Diagram

Mir gefällt der pathetische Ton der Videos nicht, und auch nicht die typisch männliche Revolution!-Geste*, aber dennoch: die Botschaft und die Werte stimmen. Nach der Registrierung habe ich nicht sehr tief reingeschaut, denn die Site ist ein unübersichtliches Forum mit ein paar Videos. Wenn das so bleibt, dann wird sich da die “in-group” tummeln. Es kann ja aber alles noch werden – eine schöne Herausforderung für’s Interaktionsdesign, für solch groß angelegte Prozesse von Diskussion, Organsisation und Abstimmung die passenden Werkzeuge zusammenzubasteln. In Sachen PR verstehen Anonymous jedenfalls ihr Handwerk, und das ist schon mal eiune gute Vorraussetzung, um länger in der Aufmerksamkeitsökonomie zu bestehen.

Das vollmundige Proklamieren von Revolution ist mir immer irgendwie suspekt, insbesondere wenn es mit dem unerschütterbaren Glauben auf der richtigen Seite zu stehen gepaart ist. Dennoch ist diese Aktion ein Anstoss unter vielen, aus denen Veränderungen hervorgehen – bestimmt nicht so schnell wie Anonymous erhoffen und wohl auch kaum mit einem großen Schlag, sondern in unzähligen Schritten…

* bei all dem möchte ich tanzen und spielen, und muss an Emma Goldman denken, die meinte “Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution.”

Wenn wir das dürfen, dann bin ich mit dabei ;)

Fürchtet euch nicht

stephen_image.jpg

America, the Greatest Country God ever gave Man, was built on three bedrock principles: Freedom. Liberty. And Fear — that someone might take our Freedom and Liberty. But now, there are dark, optimistic forces trying to take away our Fear — forces with salt and pepper hair and way more Emmys than they need. They want to replace our Fear with reason. But never forget — “Reason” is just one letter away from “Treason.” Coincidence? Reasonable people would say it is, but America can’t afford to take that chance.

Steven Colbert ruft auf zum entschlossenen Einsatz gegen Vernunft und für Furcht. Denn wie wir in der Serie “The Power of Nightmares – The Rise of Politics of Fear” von Alex Curtis sehen und in Naomi Klein’s Buch “Die Schock-Strategie” lesen können, sind verängstigte Massen leichter zu manipulieren als Menschen ohne Furcht.

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
March to Keep Fear Alive Announcement
www.colbertnation.com
Colbert Report Full Episodes 2010 Election March to Keep Fear Alive

Für diejenigen, die derart sarkastische Ironie nicht vertragen, bewirbt Kollege Jon Stewart “seine” Veranstaltung noch im Namen der Vernunft auf rallytorestoresanity.com. So ein Zufall: Beiden Veranstaltungen ist Ort und Zeit gemein.

Rally to Sanity

Verdrehte Wahrheit

America of Bank (monochrom)

von monochrome

yes20100806-12.jpg

Die YES LABS fördern subversive Projekte:

… it’s high time for us to get systematic about helping activist groups highlight life-or-death issues—with or without the Yes Men’s participation. That’s what the Yes Lab is all about.

Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, und bauen eine professionelle Struktur auf, die für einen beständigen Fluss subversiver Projekte sorgen soll:

… we’ll need proper staffing, because these sorts of projects take a whole lot of work. More specifically, we’ll need:

  • A main organizer, who will go after projects, work with organizations to figure out how projects can fit into their ongoing campaigns, and help follow projects through to completion.
  • An administrator who will also serve as primary fundraiser and manager.
  • An online guru who will develop our extensive list and put it at the service of projects.
  • Possibly, extra space beyond our teeny-tiny Manhattan office.

Dafür sammeln sie erst mal Geld: “$50,000 will enable us to do that for an initial period of six months, from September 2010 to March 2011.”

Also, her mit Geld und Ideen!

Mehr darüber u.a. auf taz.de .

Signal-Iduna-Park, Alianz-Arena, Red-Bull-Salzburg … Markennamen im Fussball sind nix Neues. Doch die Inbesitzname von Sprache durch Marken geht weiter und könnte durch Satire kaum übertroffen werden, wie die FTD treffend kolportiert:

“Keisuke Honda ist am Ball. Und wieder Honda. Honda tanzt die Dänen aus” – am Ende fielen nicht nur drei Tore für Japan, sondern gefühlte 67-mal der Name Honda in der TV-Moderation. [...] In Zukunft überweisen Autobauer ihr Geld sicher nicht mehr der Fifa, sondern direkt den Fußballern. Fürs Endspiel könnte die Aufstellung wie folgt klingen: Thomas Volkswagen im Sturm neben Mesut BMW und dem Turboschützen Lukas Porsche. Es gibt nur einen Haken. Wenn es mal nicht mehr läuft, drohen Sätze wie diese: “Audi am Boden” oder “Daimler blamiert Deutschland”.

weiter im Artikel “Ein Mann, eine Marke“.

Beyond Petrolium

Gerade weil BP, wie hier vor einiger Zeit auch kurz thematisiert, seit Jahren versucht sich einen grünen Anstrich zu geben, sind sie nun um so leichter zu karikieren. Das macht die Katastrophe zwar nicht besser, verdeutlicht aber auch dem Blindesten, daß es keine sauberen Ölkonzerne gibt, egal wie grün die Logos sind.

(Danke für die Links, Alex)

Offene Geheimnisse

WikiLeaks has probably produced more scoops in its short life than the Washington Post has in the past 30 years

The National, November 19, 2009

wikileaks

wikileaks.org Beeindruckend.

… durch Zeichenspielereien:

Anti-Obama Zeichenprotest mehr in der Bilderserie über den Anti-Obama-Protest von Rechts auf der Site der SZ.

Tja, liebe Adbuster, jetzt müsst ihr euch wohl etwas anderes überlegen.

This is a brands world

Logorama from Marc Altshuler – Human Music on Vimeo.

Fakten statt Images

“Images” sind nicht Tatsachen. Ebenso banal, wie witzig wird die absurde Diskrepanz zwischen beidem auf Werbung gegen Realität von pundo3000 vorgeführt. Wer sich beim Einkaufen faktisch informieren will, der kann das nun auch, mit Codecheck – Bar-Code scannen und via mobiler Applikation auf eine Datenbank von Produktinformationen zugreifen. Die stärke des Web – allen Informationen nur “one click away” – jetzt überall. Und das ohne Texteingabe. Hier haben es Brands schwierig ihre Image-Wolken sauber zu halten.

Redbull Codecheck

Codecheck Zugriffsmöglichkeiten

Für seine Produktinformationen greift Codecheck auf renommierte Experten zurück: Deren von der Industrie unabhängigen Organisationen sind schon lange und international tätig oder stehen als staatliche Institutionen unter ständiger Aufsicht. Momentan arbeitet Codecheck mit Informationspartnern aus folgenden Feldern: Kosmetische Inhaltsstoffe, E-Nummern, Label/Gütesiegel, Nährwerte und der den Strichcode vergebenden Organisation GS1.

mehr

Gute Sache, für alle die’s genau wissen wollen. Ich mach’s mir einfacher indem ich Konserven und Abgepacktes meide, und versuche vor allem Frisches aus der Umgebung zu kaufen und natürlich ‘bio’. Das vermeidet neben Schadstoffen im Essen auch noch einen Haufen anderen Mist (unnötige Umweltschäden durch Transport und Landwirtschaft, Abfall und Tierquälerei). Im Supermarkt bleibt dann bloß kaum noch was übrig … und im ‘busy’ Großstadtarbeitslebenstil bleibt auch mir nur der gerade bestmögliche Kompromiss. Wie immer ;)

Mehr als 1000 Worte

National Priorities Project analyzes and clarifies federal data so that people can understand and influence how their tax dollars are spent.

360° Matrix

Welt der Medien

Dieses Bild ziert das Cover eines amerikanischen Marketing-Buches über Zuschauer-/Nutzermessungen und visualisiert dabei wunderbar die Situation des modernen Individuums, das die Welt primär aus den Medien kennt. Und die Medien spiegeln eine Welt der Unternehmensinteressen wieder. Denn die finanzieren die Massenmedien, indem sie die von den Medien aggregierte Aufmerksamkeit einkaufen, um auf diesem Weg ihre Botschaften (“Brand-Messages”) zu den Individuen zu befördern. Die Medien optimieren ihr Programm so, daß es möglichst viel Aufmerksamkeit zahlungskräftiger Zielgruppen auf sich zieht und optimal zu den Marketing-Botschaften passt.

Das ist alles nicht Neues, in Anbetracht diese Bildes wird nur augenscheinlich wieso Unternehmen dafür enorme Summen ausgeben: sie kreieren unsere Welt.

Was wir von der Gesellschaft und ihrer Welt wissen, wissen wir fast ausschließlich durch die Massenmedien. Gleichzeitig haben wir jedoch den Verdacht, dass dieses Wissen manipuliert wird. Zumindest kommt es extrem selektiv zustande, gesteuert zum Beispiel durch wenige Faktoren, die den Nachrichtenwert von Informationen bestimmen oder Unterhaltungssendungen attraktiv erscheinen lassen.

Niklas Luhmann in DIE REALITÄT DER MASSENMEDIEN

Was steckt hinter McDonald’s Bauernhof-Idylle? auf foodwatch.de

A Decade of Brands

Aus der Entwicklung der Top 20 Brands innerhalb der letzten Dekade kann man so einiges herauslesen. Mit der gut gemachten interaktiven Infografik macht das deuten und spekulieren richtig Spaß.

Auf der Einstiegsseite zu den Best Global Brands 2009 ist eine Menge mehr flott aufbereitetes und aussagekräftiges Material versammelt. Die komplette Liste der Top100 2009 lässt weitere Schlüsse ziehen. Zählt man den Wert der Top10 Brands zusammen erhält man die stolze Summe von 422,901 Milliarden $. Wäre interessant zu wissen, wie viel ausgegeben wurde, um das zu erreichen. Das kann ich nicht sagen, aber ich kann ungefähr beziffern, was in den USA 2009 insgesamt für Marketingkommunikation (inkl. Werbung) ausgegeben wurde: 470 Milliarden $ (errechnet aus Angaben im VSS Forecast 2009). Vielleicht ist ein Zehntel, ein Viertel oder sogar die Hälfte dieser Summe in Kommunikationsarbeit geflossen, die es ermöglicht hat den Wert der Vorstellungen in unseren Köpfen, also der Images, zu besagten 10 Marken auf fast 423 Mrd$ zu treiben. Wie groß auch immer der Anteil war, es hat sich offensichtlich gelohnt. Es ist also zu erwarten, daß immer noch mehr für den Aufbau von Images ausgegeben werden wird. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers wurde der Anteil des Markenwertes am Gesamtunternehmenswert im Jahr 1999 noch mit 56% bewertet und im Jahr 2005 bereits mit 67%. Dieser Markenwert ist im Endeffekt nichts anderes als die Summe der zu erwartenden Umsätze, die aufgrund positiver Images erzielt werden. Um Images so zu stärken, daß sie als Motivation für mehr Konsum funktionieren, werden mehr Image-relevante Informationen verbreitet werden müssen, die unsere Vorstellungen zu den propagierten Marken schönfärben und festigen. All das, was wir zu sehen und zu hören bekommen, wird noch mehr auf eine Steigerung von Konsum und Leistung hinauslaufen. Mehr Geld für Marketingkommunikation bedeutet mehr Konsum- und Leistungsbotschaften, denn diese spiegeln das inhärente Interesse von Unternehmen wieder: Konsum steigern, um Gewinne und Marktanteile zu maximieren – Leistung steigern, um die Produktivität zu maximieren). Andere Botschaften werden von so viel finanziell gestütztem Kommunikationsdruck noch weiter verdrängt werden. Die begrenzte Aufmerksamkeitskapazität der Konsumenten wird zu noch höheren Anteil von Marketingbotschaften gefüllt werden. Es wird immer weniger Aufmerksamkeitsbudget für Themen und Motive übrig bleiben die nichts mit Konsum und Leistung zu tun haben, ähnlich wie finanzielle Budgets für wichtige Angelegenheiten, wie Bildung und Entwicklung, darunter leiden, dass entschieden wird mehr Mittel in anderes zu stecken, z.B. in Marketingkommunikation.

Ausgaben (in Milliarden $ und gerundet):

470 für Marketingkommunikation (inkl. Werbung) in den USA 2009

97 für Bildungswesen in den USA 2006

417 für Werbung weltweit (Schätzung 2009)

120 für Entwicklungshilfe weltweit 2006

Man könnte den Eindruck gewinnen es sähe düster aus. Ich glaube aber zwei Tendenzen zu erkennen, die mir Hoffnung geben:

1. Die zunehmende Rolle des Internet entzieht dem Konglomerat aus Unternehmen und Medien die Hoheit über die öffentlichen Themen und “Bilder”. Damit wird es schwieriger die gleichzeitige Präsenz von Image-relevanten Informationen (“Brand Messages”) herzustellen, die notwendig ist um Images zu etablieren und einigermaßen unter Kontrolle zu halten (denn ohne enorme Präsenz werden Image-relevanten Informationen nicht zu gleichförmigen Vorstellungen in den Köpfen der Konsumenten synchronisiert).

2. Der Marken-Wert von den Unternehmen, die primär von ihrem Image leben (Coca Cola, Gucci, etc.) und kaum von einer tatsächlichen Überlegenheit ihrer Produkte oder Dienstleistungen, wird sich nicht endlos steigern lassen, sondern wie eine Spekulationsblase platzen. Hierzu müssen natürlich zunächst die Konsumenten erkennen, daß sie den Image-Mehrwert gar nicht nötig haben, und sie auf das Produkt verzichten können oder ein Noname-Ding es ebenso tut. Im nächsten Zuge werden dies die Anleger und Bewerter erkennen. In Folge dessen werden die Kurse der Marken-Werte werden in den Keller sausen. Überleben werden dann nur die Marken, deren Produkte einen funktionalen Mehrwert liefern, wie es beispielsweise bei google der Fall ist. Deren Mehrwert wird täglich Millionenfach erlebt. Google investiert in Innovation und kaum in reine Image-Kommunikation. Der Markenwert von Google hat im letzten Jahr um 25% zugelegt. Das zeigt wo’s lang geht und es ist allemal eine gesündere Entwicklung, als diejenige an deren Höhepunkt wir momentan stecken (das Problem von Privacy und Monopolmacht von Giganten wie google ist ein anderes Thema).

Image-Konsum 2.0 und weiter

Das Leben verlagert sich weg von der Straße rein in’s Netz. Blöd nur, daß man da nicht zeigen kann, was man sich geleistet hat. Blippy schafft endlich Abhilfe.

Blippy – “a fun and easy way to see and discuss the things people are buying”. Wir sind im 21. Jahrhundert angelangt. Blippy ist ein neuer Netzdienst, in dem Leute sich gegenseitig zeigen können, wo, wofür und wie viel Geld sie ausgegeben haben. Es ist ganz einfach: man gibt seine Kreditkartendaten (“Visa, Mastercard, and more”) oder seine Zugangsdaten bei iTunes, Amazon oder anderen Einkaufsportalen an – und alle können sehen, wofür man sein Geld ausgibt. Web 2.0-gerecht können die Ausgaben natürlich auch kommentiert werden. Ist doch klasse, oder?

(aus den Verriss des Monats auf heise.de: Shopping-Porno von Peter Glaser)

Konsum mag identitätsstiftend sein, aber vor allem dient er der Pflege des eigenen Image – doch nur, wenn die Anderen auch wahrnehmen, was ich konsumiere! Denn alles was ich sichtbar konsumiere verweist auf bestehende Images (von Marken, Lifestyles, etc.). Die Verlagerung des Konsums in’s Virtuelle verlangt neue Formen des sichtbar machens von Image-Referenzen. Nirgendwo werden Referenzen so explizit gesetzt, wie im Web: ich bin “Follower von…”, “Freund von…”, “Fan von…”, ich habe Lieblingslisten bei eCommerce-Anbietern, Links auf Social-Bookmark-Plattformen, etc. etc. Nur mein Konsum verbleibt im Netz wenig sichtbar. Man kann gespannt sein, was da noch so kommen wird.

Wenn der Image-Konsum – Konsum, der durch den Image-Aspekt von Produkten motiviert ist – sich auf virtuelle Produkte beschränken würde, hätte das zumindest den Vorteil, daß wenig Kollateralschäden an Umwelt und Menschen entstünden, da hierfür kaum natürliche Ressourcen in Produkte verwandelt werden müssten (abgesehen von der notwendigen Computer/Netzwerkinfrastruktur und ihrem Energieverbrauch). Das wäre dann wohl im Sinne von Timo Seghal’s “andere(r) Form der Produktion”. Es lebe also der virtuelle Konsum von rein immateriellen Produkten! (Zumindest so lange wir “Image” brauchen, um uns zu definieren – könnten wir dies ablegen, so bliebe uns ein Haufen Mist erspart !-)

Einleger in der Ausgabe 60 (Juli/August 2005) des Adbuster Magazines

Adbusters 60 Strafzettel Vorderseite

Adbusters 60 Strafzettel Rückseite

Passt zur unter “Auto – von Arbeit bis Image” geführten Diskussion. Ob dies bei Autofahrern einfach nur blanke Abwehrreaktionen verursacht oder tatsächliches Umdenken auslösen kann, ist schwer zu sagen. Ich finde die Mischung aus Information/Aufklärung und Ironie klasse. Schön auch, daß Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden und nicht nur betraft wird.

Jetzt muss wohl selbst ich noch meinen Senf zum Medienereignis #1 in 2010 zum Besten geben. Denn seit das iPad präsentiert wurde kreisen meine Gedanken immer wieder um dieses Ding und den Wirbel, den es auslöst (gab es denn schon mal ein neues Produkt, das in den Tagesthemen vorgestellt wurde? Und es auf die Titelseite so ziemlich jeder bedeutenden Zeitung schaffte? Aber um Medienhype, PR und Branding geht es an dieser Stelle mal ausnahmsweise nicht.

Etch a Sketch statt iPad

Gerade habe ich die FAZ am Sonntag aus der Hand gelegt, die ich nur gekauft habe, weil mich der Titel „Die Politik des iPad“ angesprungen hat und in der Tat fand ich darin einige meiner Gedanken wieder. Frank Schirmmacher reitet da die „Technologie ist Ideolgie“-Nummer, fasst eloquent die gesammelte Kritik am iPad zusammen und spekuliert über dessen kulturelle Bedeutung und den gesellschaftlich-medialen Wandel hin zu einer Welt à la iPad. In diesem Zusammenhang benutzt er sogar das Wort „Bewusstseinsindustrie“! Mir geht es hier aber nicht um Schirmmacher’s sehr lesenwerten Artikel an sich, sondern darum, wie wichtig es ist Sachen selbst machen zu können, anstatt primär zu konsumieren und sich damit den großen Machtkonglomeraten vollkommen auszuliefern. Auch Schirmmacher bezieht sich u.a. auf den CCC, Jaron Lanier, die wie Lawrence Lessing und viele andere eintreten für offene Systeme, frei zugängliche Entwicklungswerkzeuge und Inhalte (von Open Source zu Creative Commons). Das iPad steht für den Gegenentwurf, für eine Welt in der alles einfach und bequem ist, man nichts machen muss, aber auch nichts machen kann, was nicht vorgesehen ist.

“Selbst machen können” ist nicht nur im Bereich Computer und Software wesentlich. Offene Systeme, zugängliche Werkzeuge sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten zum selbst machen sind in allen Bereichen wichtig ist. IT ist sicherlich heute die mächtigste Kulturtechnik, weshalb die Möglichkeit zur kreativen Produktion in diesem Feld so wesentlich, um die Welt mitgestalten zu können. Aber auch ein Möbel zusammenzimmern zu können oder in der Lage zu sein Gemüse anzubauen macht autonom. Musik, Bilder, Theater, etc. selbst zu machen ist Glück abseits von Konsum und befreit somit von dessen Zwängen und Nebenwirkungen. Eigene Gedanken fassen und seine Meinungen artikulieren zu können macht mündig (selbiges gilt für Gefühle). Und nur wer mündig ist, kann Verantwortung für sich und sein Tun übernehmen. Wer keine Verantwortung übernimmt wird Opfer. Opfer der Umstände denen er/sie sich ausliefert – oft freiwillig! (was nicht heißen soll, dass jeder alleiniger Gestalter seiner Umstände wäre. Man selbst ist aber der wesentlicher Faktor, zumindest wenn man so privilegiert ist wie ich: meine Primärbedürfnisse werden problemlos erfüllt, ich habe guten Zugang zu Informationen und es gibt relativ wenig, was meine Freiheit übermäßig einschränkt außer selbst gewählte Verpflichtungen/Situationen und empfundene Erwartungen).

Um freiwillige Unmündigkeit und übermäßige Machtkonglomerate zu vermeiden ist es essentiell, dass jeder mal erlebt, wie befriedigend es ist Kraft der eigenen Fähigkeiten – der Phantasie, der Logik und des „Handwerks“ – etwas zu schaffen, um so eine Haltung zu gewinnen, mit der es ein Vergnügen ist an selbst gewählten Aufgaben zu wachsen. Also, wenn ihr euren Kindern schon Konsolen kauft, dann zeigt ihnen wenigstens, wie sie gehackt werden können! Und wenn ihr so ein iPad kauft, dann habt Spaß und benutzt es kreativ als Spielzeug, wie meine Tochter das Rote Ding da oben, aber baut es nicht wie vorgesehen in euer Leben ein, denn dann baut euch ein!

iPad = Newton

Und jetzt noch drei Worte zum iPad an sich: mir gefällt’s! Aber ich glaube nicht an seinen Erfolg – zumindest nicht kurzfristig. Das Ding ist seiner Zeit ebenso voraus, wie es damals Apple’s Newton war. Diese Vorlage für alle ‚Handhelds’ war ein Flop, weil weder die Gewohnheiten, noch die Technologie so weit waren. Mobile Kommunikation steckte Anfang der 90er noch in den Kinderschuhen, Wireless gab praktisch noch gar nicht und ein Handy hatten nur Geschäftleute, die es wirklich brauchten und bezahlt bekamen. Der Hemmschuh des iPad ist schlichtweg seine Größe. Die ist momentan noch notwendig, um ein großes Display unterzubringen und das wiederum ist Voraussetzung für vernünftige Anwendungen, für die der verfügbare Platz auf dem iPhone-Display einfach zu klein ist. Doch wo soll man das iPad denn hinstecken, wenn man unterwegs ist? Zu groß für die Jackentasche und wenn ich eine extra Tasche mitschleppen muss, dann kann ich da auch gleich meinen Laptop reinstecken. So etwas wie das iPad wird erst richtig erfolgreich, wenn es möglich ist Displays auszuklappen, aufzublasen, holografisch zu projizieren oder wie auch immer aus einem kleinen Gerät herauszuzaubern.

Und bis sich das Ding als universelle Fernbedienung zu Allem (inklusive dem gesamten Internet) und als Life-Style-Entertainment-Tablette für zwischendurch etablieren wird, kann es noch dauern, denn momentan dürfte nur eine kleine “Life-Style-Elite”, die sich einen solches Luxus-Gadget leisten kann, bereit sein dafür Geld auszugeben. Langfristig hingegen zeigt’s schon auf, wo es hingehen könnte…

Ein Image von etwas ist das von dem wir annehmen, dass es sich alle unter dem Image von diesem Etwas vorstellen.

Ähnlich wie wir annehmen ein Tisch sei etwas, was sich alle vorstellen, wenn sie „Tisch“ hören. So wie die Verbreitung einer einheitlichen Bedeutung von Worten geschehen ist, so verbreiten sich auch Images: durch Kommunikation – und im Fall von Images unter der Voraussetzung alle glauben es gäbe Images. Ähnlich, wie wir davon ausgehen, dass Tische existieren, um uns darauf zu einigen, dass wir uns Tische so und so vorstellen und sie „Tische“ nennen. Im Unterschied zu Tischen kann man ein Images nicht anfassen und somit auch nicht sicher sein, dass es sie wirklich gibt. Wieso also sprechen wir so selbstverständlich von Images, nehmen sie wahr oder arbeiten sogar an ihnen. Was macht sie so real und wie entstehen sie?

Green My Apple Kampagne iPod rot

Die Kampagne Green my Apple war erfolgreich. Umweltsünden und unfaire Arbeitsverhältnisse passen einfach nicht zum menschlichsten aller Computer-Brands. Also versprach Apple Besserung und tat auch wirklich etwas, wie am Greener Electronics Ranking ablesbar ist. Verbrauchermacht wirkt, wenn das Image in Gefahr ist.

Doch jetzt kommt die Meldung, daß u.a. das iPhone-Display beim taiwanischen Zulieferer Wintek unter bedenklichen Umständen hergestellt wird, weshalb diesmal die Arbeiter vor Ort protestieren – (noch) nicht die Verbraucher. Wintek hat bereits reagiert und behauptet, daß die Arbeiter ihre versprochenen Boni erhalten und der Giftsoff n-hexane bereits seit August nicht mehr verwendet werden würde. Von Apple selbst ist mir noch keine Reaktion bekannt. Apple dürfte empfindlicher reagieren, wenn sich diese Nachricht verbreitet und das saubere Image in Gefahr kommt. Denn der Wert von Apple liegt ja weniger in Displays oder vielmehr der Produktion an sich als im Image, also in den Kommunikationen und Köpfen der Konsumenten. Und wenn sich da schlechte Assoziationen einschleichen, dann ist das wirklich Gift für Apple.

Kommentator TehSilentWolf auf engadget bringt’s auf dem Punkt, wie solch ausbeuterischen Umstände zu Stande kommen:

Its the big companies that squeeze the manufacturers to the limit. Like say if a computer company wanted them to make cheaper LCD’s then they would ask them to keep the price down, which then makes the manufacturer have to compromise on working conditions.

Mehr zum Thema:

Apple has a big event planned for the end of the month, when the company is supposed to unveil its rumored tablet and perhaps a new iPhone OS, but the workers who make screens used by Apple are a lot more concerned about getting paid and whether they’ve been made to work with hazardous materials.

aus einem Beitrag auf truthdig.com.

Apple’s overseas manufacturing partners have been the subject of much scrutiny over the years. Last July, an audit of Apple’s partners in mainland China found that 45 of 83 factories that built iPhones and iPods in 2008 weren’t paying valid overtime rates for those workers that qualified. In addition, 23 of those factories weren’t even paying some of their workers China’s minimum wage.

aus einem Artikel zum Thema auf Apple Insider

The Taiwanese company’s East China factory ground to a halt last Friday morning, while about 2,000 of its 10,000 workers went on a five-hour protest over a rumored bonus cancellation for the second year in a row. On top of that, workers also criticized Wintek for using n-hexane — a banned substance used for cleaning LCDs — which they claim caused the death and paralyzation of several workers last year. Factory officials and Chinese health authorities don’t deny that n-hexane was used, but they say it wasn’t responsible for either the deaths or the paralyzations. Now, the good news: Wintek has promised that workers will get their bonuses, and further said that the factory hasn’t used n-hexane since August — complete with proof that current n-hexane levels are lower than safety regulations require.

Auszug aus einem Artikel auf engadget.com.

… und aus China berichten dailynews.sina.com (google Übersetzung) backchina.com (google Übersetzung) mit Video:

Coke Hopenhagen

Nachhaltigkeit ist gut und grün ist schön. Das wissen auch die Branding-Strategen von Coka Cola und machen bei der Kampagne Hopenhagen mit. Eine Werbeagentur macht dafür noch eine kreative Kampagne und ein Illustrator hübsche Bildchen. Gegen derlei Image-Strategien hat es die die Macht des Faktischen nicht leicht, denn es mach einfach mehr Spaß im Angesicht eines hübschen Bildchen zu glauben, daß alles gut wird und dabei Cola zu trinken, als bei einem Glas Wasser irgendwelche kritischen Artikel zu lesen. Dennoch sein an dieser Stelle auf ein Interview mit Vandana Shiva verwiesen. Ein Ausschnitt:

Environmentalist Vandana Shiva on the Coca-Cola sponsored campaign ‘Hopenhagen’ in an interview with Democracy Now’s Amy Goodman, 14/12/09:

Amy Goodman: There is a big campaign here called “Hopenhagen.”

Vandana Shiva: Yeah.

AG: Among the corporate sponsors are Coca-Cola (…). Can you talk about the global effects of Coca-Cola?

VS: Yeah, my heart just sank, because when I got off the flight, the first thing I saw was a Coca-Cola bottle, “Hopenhagen.” Well, if you’ve been to Plachimada, India, where 1.4 million liters, 1.5 million liters were extracted by Coca-Cola every day, and—

AG: Liters of water?

VS: Liters of water to make these soft drinks and to do the bottling of water. The women had to rise up against Coca-Cola. The women had to say, “Shut this plant down, because we are having to walk ten miles to get clean and safe water.” That would not be Hopenhagen. The women of Plachimada would not see hope in a Coca-Cola bottle.

AG: Where is Plachimada?

VS: Plachimada is a little village in Kerala where the women organized and shut down a Coca-Cola plant, and this triggered a movement across India. Three plants have been shut down. Coca-Cola does not bring hope, and Coca-Cola should not be the symbol of finding solutions for the climate crisis.

Via adrianaeysler.com (danke für den Link, Fabio)

Bild: Ogilvy NY + Andrew Bannecker

Was sagt uns das?

H&M zerstört unverkäufliche Produkte, anstatt diese zu spenden

aus dem Artikel “Modemüll” in der TAZ vom 12.1.2010

Was macht H&M zu W&H?

Die Demokratisierung des Luxus durch H&M” hat ihren Preis. Dabei ist man sich bei H&M des Image-Mehrwertes von “Sozialer Verantwortung” (CSR) und “BIO” bewusst. Ob die entsprechenden Maßnahmen nun ausschließlich aus Image-Gründen getroffen und kommuniziert werden oder aber aus tatsächlicher Vernunft und Menschenliebe ist von außen schwer zu beurteilen. Aktionen wie die von der TAZ aufgeführte sind ein Zeichen dafür, daß es der Konzern nicht wirklich gut meint, sondern vor allem gut dastehen möchte. Dafür sprechen auch auftretende Widersprüche, wie die banale Tatsache, daß Bio-Baumwolle im Angebot offensichtlich nur einen unbedeutenden Anteil einnimmt und daß die sozialen Bedingungen der Produktion auch nicht immer so astrein, wie proklamiert zu sein scheinen. Siehe hierzu “H&M Fabriken brennen in Bangladesh” auf sum1 oder die oder alles zum tag “HM” auf auf Konsumsumpf.

Wie wird die Fabrik angezündet, wenn alles fair zugeht?

Mehr zum Thema “Kritischer Konsum” zum hören: “Ethischer Konsum, oder: Kann man sich eine bessere Welt kaufen? vom 12.07.2009” – eine Sendung des Zündfunk Generator, der als Podcast abonniert werden kann.

Und grad’ flattert noch was rein, was ebenfalls hier rein passt:

Konsum hat sich seit 1960 versechsfacht“:

[Es] müsse im Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung in Zukunft deutlich werden, dass Kaufen nicht zu Glück, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz führe, heißt es in einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Umweltinstitutes.

eh klar, kann aber nicht oft genug gesagt werden. Noch ein paar prägnate Fakten:

2006 habe die Menschheit für Waren und Dienstleistungen 30,5 Billionen Dollar ausgegeben, 28 Prozent mehr als 1996 und sechsmal so viel wie 1960. Die Weltbevölkerung sei seit 1960 aber nur um das 2,2-fache gestiegen. …

Und ein Wandel ist nicht in Sicht: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) hat heute in Berlin “Zuversicht” verbreitet: Nach dem Geschäftseinbruch von 15 Prozent im vergangen Jahr erwarten Großhandel und Dienstleister für 2010 wieder deutliche Umsatzsteigerungen. …

Angetrieben werde das unverantwortliche Kaufverhalten von massiven Werbeschlachten der Wirtschaft: 2008 hätten Unternehmen weltweit 643 Milliarden Dollar für Kampagnen ausgegeben. In China und Indien steigen den Angaben zufolge die Ausgaben für Werbung jährlich um mehr als zehn Prozent. …

Als Beispiel für die Wirksamkeit der Reklame* nennt der Bericht den Verkauf von Trinkwasser in Flaschen: 2008 wurden 241 Milliarden Liter verkauft, doppelt so viele wie 2000. Auch die Hersteller für Haustierbedarf und -futter lassen sich ihre Werbung viel kosten: 300 Millionen Dollar geben sie in den USA pro Jahr aus, um ihre Produkte anzupreisen. Zwei Schäferhunde verbrauchten dort so viel Ressourcen wie ein durchschnittlicher Bürger im asiatischen Bangladesch.

mehr im Artikel auf wir-klimaretter.de.

* Reklame ist da wohl der falsche Ausdruck. Branding und Marketing-Kommunikation wären passender, denn wer glaubt in 2010 schon noch der Reklame – ist auch gar nicht nötig, wo Marketing-Kommunikation und Branding ohnehin so ziemlich alles durchziehen (oftmals subtil und quasi unbemerkt).

Harddrink

Watersucking Coke in India, By Carlos Latuff BIG Bild: Watersucking Coke in India von Carlos Latuff

mehr zum Thema auf killercoke.org

via Adbusters Blog ‘Rants’

Softdrink

die Wahrheit über Pesi

von Lawrence Yang / blow at life

Der Trailer von “Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte” ist nicht mehr einbettbar. An statt dessen gibt es dies:

Link: Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte

gute Idee ;-)

Lösungsansatz:

Der Sozialismus ist gar nicht so übel von Rainer Hank aus dem Wirtschaftsteil der FAZ (!).

Auto – von Arbeit bis Image

Autostatd vs. Stadt ohne Autos

In dem Artikel “Abgesang aufs Auto” fasst Birgit Gärtner auf telepolis die Veranstaltung “Auswirkung einer Einführung von Elektrofahrzeugen auf die Klimagasemissionen und die Konsequenzen für die Autoindustrie” zusammen. Es werden treffende Frage zum Thema Auto, Umwelt und Arbeit gestellt und “Lösungsansätze” angerissen. Hier ein paar wenige Fragmente:

Fazit der Veranstaltung: Der Privat-PKW ist passé, die ökonomische Krise kann nur durch gesellschaftlich notwendige und umweltfreundliche Produktion gelöst werden.

“Wir brauchen gesellschaftlich notwendige und nützliche Beschäftigung, die Autoproduktion gehört definitiv nicht dazu.” [sagt Uwe Fritsch, Vorsitzender des Betriebsrats von VW-Braunschweig]. Das in den Köpfen der Beschäftigten zu verankern, sei in einem Land, in dem das Auto das “zweite Wohnzimmer” sei, allerdings nicht so einfach.

Der VW-Betriebsrat hat durchgesetzt, das ein Promille des Gesamtumsatzes in alternative Produktionskonzepte investiert werden müssen. “Das sind bei VW immerhin 100 Millionen Euro pro Jahr”, so Fritsch. Das Werk in Braunschweig kooperiere mit dem Stromanbieter Lichtblick, dessen Blockheizkraftwerke bei VW gebaut würden. …

Die Köpfe der Leute benennt Fritsch als ein wesentliches Problem. Dem Auto zu entsagen ist schwierig in einer Auto-Kultur, die immerzu genährt wird von immensen Budgets für Marketing-Kommunikation der Automobilindustrie. Kommunikativ ist diese ja sehr anpassungsfähig und arbeitet an “grün-nachhaltigen” Images. Klar, die gilt es zu enttarnen, wenn sie nicht mit den Fakten übereinstimmen, aber Kritik alleine ist zu wenig. Es gilt “autofreie Lebensweisen” attraktiv darzustellen und Images zu aufzubauen, die für diese “neue Wirklichkeit” stehen. Die entsprechenden Bilder und Botschaften müssten entsprechend verbreitet werden. Auch hierfür würde “ein Promille des Gesamtumsatzes” schon einiges Bewegen können (an Budget zur Kreation und Verbreitung ebensolcher Images). Wie kommen wir zu einer ausgewogeneren Präsenz von Themen und Images? Zu mehr Kommunikation von Anliegen und Aussagen hinter denen nicht primär Interessen und Budgets der Industrie stehen?

Platzbedarf: Auto vs. Bus

Die Bilder stammen von der Web-Site Autofreie Stadt (Danke für die Leihgabe!) von den Beiträgen “Europäische Kommission: Straßen Wieder für Menschen nutzbar machen” (zur Studie “Reclaiming city streets for people” der EU-Kommision) und “Interview mit Hermann Knoflacher” (ein Hinweis auf ein Interview mit dem autokritischen Verkehrsforscher in der Zeit). Weitere relevante Beiträge zum Thema finden sich auch im Magazin von fairkehr. In welche Richtung es (ohne Auto) gehen könnte deutet ein ein Beitrag über eine Volksinitiative in der Schweiz an, die “verlangt, dass viermal pro Jahr alle Straßen und Plätze nicht für Autos, sondern für autofreie Mobilität, für ‘Lifestyle’ zur Verfügung stehen.”* Ja, ein Lifestyle sollte es werden, es darf Spaß machen und soll als Bereicherung empfunden werden, nicht als bitterer Verzicht – denn mit Verzicht lässt sich nichts gewinnen, zumindest nicht “die” öffentliche Meinung. So was lifestyliges wie “LOHAS” (bloß ohne Auto und für die Massen) müsste daraus werden, aus der Idee der autofreien Gesellschaft, damit diese Realität werden kann. Wie wär’s mit “FAQL” (Fresh Air and Quality of Life) oder Lifestyle of Fresh Air (LOFA) – naja, da darf noch gebrainstormt werden ;-)

… und wer sich noch an die autofreien Sonntage in den 70ern erinnert, weiß wie toll es war auf der Autobahn Rollschuh zu fahren (derlei tief sitzende positive Erinnerungen an ein kindliches Vergnügen würde ich nutzen, wenn es darum ginge ein positives “autofrei-Image” aufzubauen).

* Ergebnis der Volksabstimmung vom 18.5.2003: 62.4% dagegen, 37.6 für autofreie Tage (Beteiligung 49.8% / Quelle). Wäre interessant zu erfahren, wie hier und heute eine solche Abstimmung ausfallen würde. Zumindest regional sollten autofreie Tage attraktiv vermittelt werden können à la “München feiert den Sommer – ohne Autos und draussen”. Dabei würden wieder wunderbar autofreie Assoziationen in die Köpfe der Menschen gelangen…. und nach und nach fügt sich das Image vom autofreier Freude und Lebensqualität.

Aktion auf Verkehrsinsel

… so weit ein paar bruchstückhafte Ansätze. Fortsetzung folgt.

ooops

ooops

hier testen.

Punk & Rock

punk

rock

¨ weg

Kleiner Eingriff, große Wirkung. Nur durch das löschen der zwei Punkte auf dem ä, kommt die Wahrheit an’s Licht: Unterm Strich zahl ich.

Peter Muehlbauer schreibt auf Telepolis zur Aktion des Bundes mündiger Bürger:

Der Bund mündiger Bürger (BmB) ruft derzeit dazu auf, ein Antragsformular für die Eröffnung eines Kontos bei der von der Regierung geplanten “Bad Bank” herunterzuladen: “Wer seine Miesen auf dem Konto schon immer loshaben wollte”, so der Appell, “oder wer einen lästigen Kredit und sonstige Verpflichtungen am Hals hat, die er gerne jemand anderen aufbürden würde, hat für die Dauer der Aktion die einmalige Gelegenheit dazu”. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular soll entweder direkt an das Bundeskanzleramt oder an den BmB geschickt werden, der es dorthin weiterleiten will.

Ob dieses Bild von der selben Aktion stammt, weiss ich nicht (ich galube nicht), aber es passt zum Thema.

Zumwinkel Postbank

Traue keinem Plakat

Das einzig vernünftige Wahlplakat bisher macht darauf aufmerksam wie wenig man ihm selbst und den anderen Plakaten trauen kann. Und genau neben diese gehört es, sagt die Piratenpartei und liefert eine Anleitung, die zeigt wie das geht. Also rein ins Internet und her mit den Informationen.

@ Alex: danke für den Hinweis!

Von der Site zum Film:

Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Wussten Sie, dass Sie Plastik im Blut haben?

Regisseur Werner Boote zeigt in seinem investigativen Kinodokumentarfilm, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?

Das ist ernst und hört sich auch so an. Der Film enthält aber auch einige sehr witzige Szenen, die das Absurde unsres Planet Plastic rüberbringen.

International Herald Tribune vom 19. Dezember 2009:

International Greenpeace Tribune

RebelArt vom 27. Juni 2009:

The Yes Men haben wieder eine Tageszeitung gefälscht, diesmal im Auftrag von Greenpeace. Nachdem Greenpeace bereits mit Mark Jenkins zusammengearbeitet hat, hat anscheinend auch diese Organisation den Charme der Subversion erkannt. Gummiboot-Aktivismus ade! Via: Mail

Greenpeace Lügendetektor vom 18. Juni 2009:

Brüssel/London (dpa) – Mit einer täuschend echt nachgemachten Ausgabe der in Paris erscheinenden Zeitung «International Herald Tribune» hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der EU vor einer Klimakatastrophe gewarnt. Das Blatt mit dem Erscheinungsdatum 19. Dezember 2009 berichtet über einen «historischen Deal zum Schutz des Klimas», auf den sich die Klimakonferenz in Kopenhagen geeinigt habe. Die Greenpeace-Ausgabe der englischsprachigen Zeitung wurde wenige Stunden vor Beginn des EU-Gipfels in der Umgebung des Tagungsortes verteilt. Bei dem Treffen in Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten auch über die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid beraten.

Natürlich, man darf gute Leute nicht belügen, aber die Betrüger zu betrügen, war schon immer eine List der Schwachen gegen die Starken und eines der schönsten Spiele überhaupt. Auch hat noch nicht jede unwahre Aussage die sittliche Qualität einer Lüge. Manchmal muß man mit der Täuschung der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen.

Gert Postel

Hakenkehren - andreas-neumeister

Von Andreas Neumeister (via Evelyn per Mail)

brabd keyboard

mehr zum Brand Keyboard auf dem blog von Ingacio Pilotto.

Wir sind die Energie!

Stell Dir vor:

Mit schon 500 Euro bist Du Miteigentümer von 90 Stadtwerken mit 7,5 Millionen Kunden. Du kannst mitbestimmen, ob diese mit Atomstrom oder grünem Strom versorgt werden. Du kannst dafür sorgen, dass Millionenbeträge nicht länger in Konzernkassen versickern, sondern zurück in die Taschen der Bürger vor Ort fließen.

mehr bei energie-in-buergerhand.de

Zum Thema:

Konzerne zerschlagen – so eine Parole hört man sonst gewöhnlich von der

radikalen Linken. Wer sie jetzt umsetzt, ist die EU-Kommission. Die hat

befunden, dass der deutsche Strommarkt viel zu stark konzentriert ist, und

dass die vier großen Energieversorger viel zu viel Marktmacht haben. Jetzt

wird E.ON dazu verdonnert, einen Teil seines Kerngeschäfts zu veräußern. Der

Energieriese muss sich einiger Federn entledigen und wird seine Tochter

Thüga verkaufen.

Das wichtige daran ist nicht, dass es als diskursiver Sieg der Linken

gefeiert werden könnte. Viel wichtiger ist, dass dies eine große Chance zur

Re-Demokratisierung der Energiewirtschaft in Deutschland bietet. Und diese

Chance wurde auch sogleich ergriffen. Einige Freiburger Engagierte haben die

Initiative “Energie in Bürgerhand” [1] gegründet und möchten die Thüga

kaufen. Und sie dann zum ersten ökologischen und sozialverträglichen

Energiekonzern in Deutschland umbauen!

aus Energie in Bürgerhand von von Tilman Santarius via Attac-Konsumnetz@listi.jpberlin.de

Sehr schöner und bitterböser Kurzfilm zu, nun, “Glaubenskriegen” und Meinungs-Religionen. Unbedingt bis zum Ende anschauen!

schreibt KG auf dem Blog zum Seminar consentiment. Recht hat er. Verwirrend, böse und witzig in einer Mischung, wie sie wohl nur aus Österreich kommen kann.

Täuschungen gehören zu den grundlegenden Erfahrungen des Menschen – ob im öffentlichen Leben, in Politik und Wirtschaft, oder im individuellen Bereich der Wahrnehmung und des zwischenmenschlichen Umgangs. [...] Auch erfährt die „Manipulation des Augenscheinlichen“ verschiedene Bewertungen; sie ist negativ konnotiert als Arglist, Betrug und Fälschung, unterliegt – als List oder Finte – aber auch einer positiven Einschätzung, etwa dann, wenn der Schwächere den Stärkeren trickreich zu täuschen vermag, wovon Märchen und Mythologie berichten. [...] Gemäß dem Platonischen Höhlengleichnis, das von den Schatten der Erscheinungen zu den Ideen gelangt, ist dabei manche (Ent-)Täuschung vorprogrammiert – nämlich in der Erkenntnis, was Täuschungen ausmacht und wie sie funktionieren.

Zur Site von »Eine Höhle für Platon – (ENT-)TÄUSCHT! – Interdisziplinäre Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen«

Verkopftes Vergnügen beim intellektuellen De-Branding !-)

müh geht gegen null

müh geht gegen null

[ erhalten via Email vom institut für leistungsabfall und kontemplation am 22. Mai 2009 22:40:20 MESZ ; Danke! ]

Die neue MÄCHTE ist da. Thema Götter. Mit einem kleinen Beitrag von mir: »Du sollst Dir ein Bildnis machen!« – eine kritische Auseinandersetzung mit unserer ›Image-Kultur‹ vor dem Hintergrund historischer Bilderverbote.

Mächte 2 Götter

Hier ein kleiner Ausschnitt, in dem ich kurz auf meine Idee von De-Branding eingehe.

Der Schlüssel zur Befreiung von der Macht der Bilder und der Images liegt in der Wahrnehmung der Image-Konsumenten. Ebenso wie Branding diese ablenkt und einlullt, kann „De-Branding“ sie wachrütteln und schärfen. So könnte man all die Taktiken und Praktiken nennen, die strategische Images dekonstruieren. De-Branding wirkt und arbeitet dabei auf den gleichen Ebenen wie Branding: zwischen Inszenierung und Wahrnehmung, zwischen globaler und persönlicher Image-Politik, zwischen Image-Aktivismus und Ökologie des Geistes.

Anderes sehe ich inzwischen ein Wenig anders – vor allem die Frage: »Was ist ein Image?« würde ich neu beantworten. Aber dazu demnächst mehr … denn es hört nie auf ;)

Vielen Dank an sum1 für den Link zu den Mächten (aus diesem hat sich für mich was recht produktives entwickelt). Danke auch an Evelyn für inspiriertes Korrektur lesen, sowie an Ernst-Uwe Küster für selbiges.

Es geht auch anders.

… und wenn’s sogar im HipHop anders geht, dann geht’s überall anders!

Danke Texta für diesen Hoffnungsschimmer!

Auf der Site von Texta gibt’s den Video in bester Qualität als mp4 zum download. Unbedingt auch den Geniestreich “(So schnö kaust gor net) schaun!” mit Attwenger anschauen/-hören.

… berichtet der der kress Mediendienst:

Von der dpa zur PR-Agentur: Bialecki wird Plato-Chef

Martin Bialecki, 41, seit Januar 2005 Leiter des Hauptstadtbüros der dpa, wird ab November 2009 Geschäftsführer von Plato Kommunikation. Der bisherige Geschäftsführer der Scholz & Friends-Tochter, Sebastian Fischer-Jung, scheidet aus “dringenden familiären Gründen” mit sofortiger Wirkung aus, so die Agentur in einer Mitteilung. In der Zwischenzeit übernimmt Klaus Dittko, Partner und Vorstand der Scholz & Friends Gruppe, das Zepter. Fischer-Jung will laut Plato nach Klärung der familiären Angelegenheiten ein neues Projekt in Sachen politische Kommunikation starten. Er stand seit Dezember 2007 an der Spitze von Plato Kommunikation (kress.de vom 11. Dezember 2007). Hintergrund: Plato Kommunikation wurde 1999 gegründet und ist spezialisiert auf Public Affairs und Public Relations. Die Agentur betreut Kunden aus den Branchen Finanzen, Rohstoffe, Telekommunikation, Logistik und Pharma.

How It All Ends

Saubere Argumentation zum Thema Klimawandel – - – folgt “Dem Prinzip Verantwortung” [1] von Hans Jonas [2], ist aber unterhaltsamer – - – Greg Craven gelingt es ein bedrückend ernstes Thema mit einer gewissen Leichtigkeit aufzuarbeiten. Respekt!

Greg Craven breitet seine Argumentation in mehreren Kapiteln/Videos aus. Im Index-Video gibt er einen Überblick:

Der Index als youtube playlist oder noch besser: “mehr Info” auf der youtube-Seite zum Video ausklappen.

[1] Lesenwerte Zusammenfassung des “Prinzip Verantwortung” als PDF von Micha H. Werner

[2] “Der schlechten Prognose den Vorrang zu geben gegenüber der guten, ist verantwortungsbewußtes Handeln im Hinblick auf zukünftige Generationen.” Hans Jonas

Greg Craven hat aus alledem jetzt auch ein Buch gemacht – - – ich hab’s nicht gelesen, aber wenn’s nur halb so gut ist wie die Videos …

Komsum mit Delle

Antiprneur Mini-Car-Crash

BUY BUY KONSUM auf Antipreneur.de.

Viel Vergnügen beim Shoppen !-)

Aufschlussreich ist das FAQ.

DIE ZEIT Attac Fake

Nach der NY-Times verbreitet jetzt eine gefälschte Ausgabe der ZEIT die Vision der Welt wie sie sein könnte (eine Aktion von Attac). Alles was man hierzu wissen muss steht schon wunderbar zusammengefasst im TAZ-Artikel »Eine “Zeit”, die ihrer Zeit voraus ist«.

Hier nur ein paar Ausschnitte:

“Wir wollen mit dieser Zeitung eine Zukunft beschreiben, die möglich ist”, sagt Fabian Scheidler von Attac: “Die Welt könnte anders aussehen. Es gibt andere Möglichkeiten als die, die uns von der etablierten Politik immer vorgegeben werden.”

Die Regierung will eine Energiewende-Agentur gründen, um für immer von von Atom und Kohle Abschied zu nehmen. Die Automobilindustrie wird wegen ihrer aggressiven Vermarktung umweltfeindlicher Autos für das Schmelzen eines Gletschers in Nepal verantwortlich gemacht und zu 1,5 Milliarden Dollar Schadensersatz verurteilt. Gentechnische Manipulation von Pflanzen ist kein Thema mehr, auch die Massentierhaltung wird abgeschafft, der Afghanistankrieg ist vorbei, Lobbyismus per Gesetz beschränkt.

Die Gruppe [ die YES MEN ] ist zu einer Institution geworden, eine politische Agenda haben die Yes Men aber nach wie vor nicht.

Und genau das ist das Problem, sagt der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Marcus S. Kleiner von der Universität Siegen. Eine derartige Kommunikationsguerilla sei nur effektiv, wenn die Veranstalter ausreichend legitimiert seien. Dafür müsse es handfeste politische Inhalte geben, die beispielsweise hinter einer gefälschten Zeitung stehen würden.

“Bei den Yes Men überwiegt der Aha-Effekt,” sagt Kleiner. Die Aktion sei nicht mehr Mittel, sondern Zweck. Weil die Medien nur noch über die Yes Men berichten würden, gingen die Inhalte unter. Dazu bemängelt Kleiner, dass die Yes Men eine Stellvertreterschaft für die Gesellschaft übernehmen würden, die ihnen teilweise nicht zustände.

Für Attac sieht Kleiner dagegen gute Chancen, mit der gefälschten Zeit die gesellschaftliche Diskussion zu Attac-spezifischen Themen zu befeuern. Denn Attac habe ein Bildungssystem innerhalb der Organisation, habe ein klar formuliertes Programm und sei langfristig orientiert. Deshalb werde Attac ernst genommen und könne Expertise in den angesprochenen Themenbereichen aufweisen.

Ich finde es wunderbar, daß Attac hiermit endlich effektiv versucht Aufmerksamkeit für “ihre” Themen und Argumente auf eine Weise zu gewinnen, die möglicherweise auch ein Publikum anspricht, das nicht ohnehin bereits mit Attac und deren Ansätzen sympathisiert (“Aufklärung für Aufgeklärte”). Ich bin gespannt, ob sich Kleiner’s Einschätzung bewahrheitet und die Aktion eine Diskussion der Themen und Argumente beflügelt (und nicht “nur” ein Strohfeuer der Aufmerksamkeit entzündet, ob des frechen Streiches).

Haushalt

sambini domestic wall

sambini domestic wall crop 1

sambini domestic wall crop 2

Eine ebenso banale wie faszinierende Wand von Allesandro Sambini. Hier reinzoomen und scrollen (obacht Rießenbild = 50 MB! Laden Lohnt sich!).

Ein paar Fragen und Anmerkungen zur Arbeit (via chat am 21.3.2009)

Kris Krois [11:51]

fa piacere sempliciamente navigare / “scrollare” nel imagine.

is there some concept / general idea / method / … behind?

Alessandro Sambini [11:52]

ja

The idea is fully connected with the broader project I am carring on the Domestic Workers and the idea of domestic space. I am dealing with the issue of clash between foreigners inside the private spac of the house.

And the objects, are one of the charactes of this story. Very cheap objects, mass produced. A symptom of the global economy, associated with the idea of Good Life,

they become objects and weapons, a treasure to be protected by the outsiders. a system of coordinates that reveals the map of the domestic space

and a map of actions, behaviour strictly connected with the experiencing and consumption and developing of a Good Life.

Kris Krois [11:58]

gut. But i only do not really understand the topic “Domestic Workers”

do you mean domestic workers in this way: en.wikipedia.org/wiki/Domestic_worker ?

 

Alessandro Sambini [11:59]

yeah, but focused on the Philippines and Honk Kong. As well as japan, Malaisya, Cambogia… over there,

I am interested in the relation between the global scale and the micro private level, and I think that the servant problem is a nice place to focus. I’lll show you as soon as I produce something!

geschmacklos schlecht

Der Trinkjoghurt Actimel von Danone hat den “Goldenen Windbeutel 2009″ für die “dreisteste Werbelüge des Jahres” erhalten. Geschmeichelt war der Konzern allerdings nicht: Er verweigerte die Annahme des Preises.

aus »Actimel bekommt Auszeichnung für “dreisteste Werbelüge”« auf Spiegel.de

active ettikettenschwindel

Foodwatch verleiht besagten Preis und präsentiert mit einer interaktiven Grafik knapp die wichtigsten Argumente. Foodwatch zeigt damit, was jeder weiss: Werbung lügt und täuscht.

Als Gegenmittel verschreiben sie Transparenz, die u.a. durch eine Pflicht zur übersichtlichen Kennzeichnung, wie die sogenannte Ampelkennzeichnung, gewährleitet wäre. Doch dagegen wehrt sich Danone. An Stelle dessen verweist Danone lieber auf “30 wissenschaftliche Studien”.

danone_actimel-classic.jpg

Unter den weiteren Gewinnern befindet sich der “Biene Maja”-Kinderdrink von Bauer und weitere wunderbare Nahrungsmittel, die so tun als seien sie lustig und gesund. Gehirnwäsche durch den Magen.

NACHTRAG 22.3.:

Das Actimel-Fläschlein trägt stolz das Öko-Test-Label “gut”. Es scheint alles alles in Ordnung mit dem Produkt, möchte man denken. Wieso das nicht so ist, berichtet der Foodwatch Newsletter. Eine knappe Zusammenfassung gibt auf Sound of Sirens unter Actimel und Öko-Test.

peace on terror

peace on terror

geschmacklos gut

amok_ankuendigung_BILD

.

Da muss die Bild einschreiten.

Das Original gibt’s bei titanic-magazin.de als PDF (zu jedem Amok-Lauf bereit – nicht erst seit Winnenden). Und ja, es ist in Anbetracht der jüngsten Tragödie geschmacklos – aber wenigstens offen und ehrlich geschmacklos (will gar nix anderes sein!). Nicht versteckt geschmacklos, wie der weit verbreitete Betroffenheits-, Voyeurs- und Ablenkungsjournalismus.

Hype & Attention

Mitmachen!!!

Die Zeit drängt: Bereits im April soll die Aussaat des

Gen-Mais MON810 beginnen, der einzigen bisher bei uns

kommerziell angebauten Gentechnik-Pflanze. Jetzt muss

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner für ein sofortiges

Verbot von MON810 sorgen und damit die Aussaat des Gen-Mais

verhindern.

Das Online-Netzwerk Campact hat gemeinsam mit einem breiten

Bündnis aus Umwelt-, Bio- und Imkerverbänden eine dringende

Online-Aktion an die Ministerin gestartet.

Fordere von Ilse Aigner ein Verbot des Gen-Mais MON810:

www.campact.de/gentec/sn3/signer

Kapitalismus am Ende?

… wohl kaum, obwohl eine noch viel drastischere Krise nicht unwahrscheinlich ist. Allerdings kann auch nach einer Hyperinflation und einem zeitweilig totalem Zusammenbruch der Kapitalismus neu starten – mit neuen Regeln. Wie diese aussehen sollten und wie darauf am besten strategisch hinarbeitet werden kann, würde mich sehr interessieren.

Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Energiekrise, Umweltkrise. Schafft der Kapitalismus sich selbst ab? Mit dem größten Crash an den Finanzmärkten seit der Weltwirtschaftskrise 1929 ist das Modell des Finanzmarktkapitalismus kollabiert. Die Weltwirtschaft rutscht in die Rezession. 3,1 Milliarden Menschen leben in Armut, davon 1,4 Milliarden unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Die Klimaerwärmung beschleunigt sich, die fossilen Energien werden knapp.

Immer mehr Menschen reiben sich die Augen und fragen, ob ein Wirtschaftssystem, das solche katastrophalen Krisen hervorbringt, wirklich „das Ende der Geschichte” sein kann. Es ist an der Zeit, über den Kapitalismus zu reden – und vor allem über Alternativen.

Der Attac Kongress vom 6. bis 8. März 2009 in Berlin

NACHTRAG: Die Video-Zusammenfassung des Kongresses

… und im Mai erscheint das Buch zum Thema:

Robert Brenner / Daniela Dahn /

Friedhelm Hengsbach / Saskia Sassen u.a.

Kapitalismus am Ende?

attac: Analysen und Alternativen

240 Seiten (Mai 2009)

EUR 14.80 sFr 26.00

ISBN 978-3-89965-350-2

“We aren’t leaving till BMW stops making cars,” declared Andy Bichlbaum and Mike Bonanno (also known as “The Yes Men”) as they planted themselves in the middle of the red carpet wearing ridiculous inflatable costumes. “Cars are killing the planet, and charity events that greenwash their image aren’t helping.”

weiter auf dem neuen Blog der Yes Men.

neulich auf dem roten Teppich der “Cinema for Peace” charity gala der Berlinale (Hauptsponsor: BMW)

… darf jetzt gefragt werden!

UPDATE: 11.2.: Das Interview war interessant – das spontane Spinnen einer kleinen Aktion ebenfalls und der neue Film ist klasse. Mehr dazu demnächst. Danke für eure Fragen!

Am Montag werde ich die wunderbare Gelegenheit haben, die Yes Men zu sprechen. Sie stellen auf der Berlinale ihren neuen FilmThe Yes Men fix the World” vor.

Wer Fragen an die Yes Men hat, kann diese gerne hier als “Kommentar” abgeben. Ich werde diese weiterleiten :)

Auto-Ergänzungen

zu “Verkehrte Welt 2: Öko-Image vs. Öko-Realität

1. Advertorial / PR

Nachtrag zu Werbung schadet (2): auto, motor und sport auf konsumpf.de und dem Beitrag Werbung für die Werbung über die Vermischung redaktioneller Inhalte mit Werbebotschaften und PR-Arbeit (“Advertorial”) im Greenpeace Lügendetektor.

2. Protest bringt doch was

Aus Bundesregierung einig über Kfz-Steuerreform im greenpeace magazin:

“Die Abgabe für die mehr als 40 Millionen Autofahrer soll zum 1. Juli 2009 auf eine klimafreundlichere Steuer umgestellt werden. [...] . Verhindert wurde die Absicht, große spritfressende Geländewagen steuerlich zu begünstigen.”

ueber Macht Plakat

Filmtournee »ueber Macht«

ueber Macht ist von Januar 2009 bis Herbst 2009 in 120 deutschen Städten zu Gast. 13 Dokumentarfilme regen zum Nachdenken an über die Macht, ihre Kontrolle, über nötige und unnötige Regeln und die besten Wege zu mehr Selbstbestimmung. Rund 30 bundesweite und mehr als 1.000 regionale Verbände und Organisationen der Zivilgesellschaft sind beteiligt, die in den 120 Städten Publikumsdiskussionen und Filmgespräche zu jeder Vorführung organisieren. Damit will das Festival die Vernetzung zivilgesellschaftlicher Initiativen und das Engagement von Ehrenamtlern fördern.

Tipp:

Monsanto, mit Gift und Genen

Genetisch veränderte Lebensmittel sind sicher. Das sagen die Hersteller-Firmen. Marie-Monique Robins brillante Recherche über den Biotechnologie-Konzern Monsanto untersucht, wie die »wissenschaftlichen Beweise« für diese Behauptung zu Stande kommen. Sie findet heraus, dass Gen-Manipulierer auch Forschungsergebnisse manipulieren. Gegenstimmen bringt Monsanto systematisch zum Verstummen. Robins Film enthüllt die Einflussnahme des Konzerns auf Politik und Kontrollbehörden bei seinem weltumspannenden Griff nach der Macht über unser Essen.

Weiterer Info-Comfort: Audio Press Kit auf diegesellschafter.de

via konsumpf.de

mike mills soul cold

Does Your Soul Have A Cold [...] is a documentary that looks at how the concept of depression and the use of anti-depressants have just recently been introduced in Japan. This new awareness has largely come about from Western pharmaceutical companies’ advertising.

Mike Mills

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Was überwiegt in diesem Beitrag: Meinungsmache von CNN, um Werbe-Kritische Anwandlungen auch in den USA zu unterbinden oder berechtigte Kritik an der Gefahr staatlicher Einflussnahme? Diese und andere Fragen kommen beim betrachten des Beitrages auf – anregend zu weiterdenken und recherchieren ….


Mist: wordPress zerhaut den Link! Ich kann’s nicht ändern. Tipps?

Bis zur Lösung des Problems: CNN video > Suche nach: “French public TV dumps ads” (CNN.com gibt keine Permalinks raus :-(

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