Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der neue Google-Service “Suchen und Schnuppern” ein Fake ist (na, klar, es ist erster April!). Ich befürchte aber im Grunde ist alles ist echt und ernst gemeint. Demnächst dann ”Suchen und Fühlen”, ”Suchen und Schmecken”, … willkommen in der Matrix.
@ Matteo: thanks for the link (via email)
[Edit, 2.4.: ein Aprilscherz, für wahr – dieser zeigt aber dennoch wo's lang geht]
Von Steuerparadiesen haben wir schon gehört, doch welches Ausmaß und welche strategische Rolle diese spielen, ist wohl den wenigsten bewusst. Die Aktion loophole4all.com möchte das Ändern. Über diese Site ist es angeblich jedem möglich für nur 99 cent die Identität einer Offshore-Firma zu kaufen, um dann über selbige Geschäfte abzuwickeln. Wie das alles funktionieren soll, ist mir nicht klar – soll es wahrscheinlich auch gar nicht. Doch eine Suche im zur Verfügung gestellten Firmenverzeichnis enthüllt: unzählige bekannte und weniger Bekannte Unternehmen befinden sich dort. Auf der Doc-Seite findet man dort die Hintergrundinformationen und interviews mit Experten, die das Geschäft rund um die Steuerparadiese und dessen Auswirkungen erklären.
Die Aktion stammt von Paolo Cirio und hat bereits einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, u.a. wird sie auf Fast Company besprochen, unter dem Titel “200,000 Caymans Corporations Hacked For Art Project“. Cirio hat die Firmeninformationen wohl eher gescraped als irgendwelche Server gehackt zu haben, aber das spielt keine Rolle, ebenso wenig wie die Frage ob das nun Kunst ist oder Aktivismus, der unter dem rechtlichen Schutz der Freiheit der Kunst operiert.
“The Offshore world is the biggest force for shifting wealth and power from poor to rich in history… It harms the big wealthy nations too, even those that have turned themselves into tax havens.”from Treasure Islands by Nicholas Shaxson.
Bemerkenswert an der Aktion, dass hier nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt wird, sondern auch eine Menge ernsthafte Informationen zur Verfügung gestellt werden.
Dazu passt der Artikel „Steuerklasse Doppelnull“ aus der SZ vom 18.2.2013, in dem die Schwierigkeiten der G20 beschrieben werden, die legalen Steuerfluchstrategien der global operierenden Unternehmen einzuschränken. In der Infobox wird knapp erklärt, wie die Konstruktion über Steueroasen funktioniert.
Vom Hack des Burgerking twitter-Accounts, über den verbreitet wurde, dass MacDonald nun Burgerking übernommen hätte, profitieren alle Beteiligten. Die Täter ist angeblich die Anonymous-affine Gruppe #OPMadCow. Alle drei Markennamen erfahren gerade enorme Aufmerksamkeit. Ist das strategisch oder nur Quatsch? Neben der Aufmerksamkeit werden in Folge wohl vor allem die Sicherheitsstandards von Twitter optimiert, wie der Guardian berichtet. Die Kommentare auf Twitter sind durchweg erwartungsgemäß schadenfreudig. Witzig finde ich diesen hier:
Der “Fleischatlas”, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt in Texten und Grafiken die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung. Daten und Fakten sprechen für sich bzw. gegen Fleischkonsum und der damit zusammenhängende Ausbeutung. Die komplette Publikation als PDF.
Auch Würstel sind aus Fleisch und Fleisch sind tote Tiere, die während sie bis zum gewaltsamen Tod ihr Dasein in einem Schweine-KZ fristen und dabei Kraftfutter fressen, für dessen Produktion der Regenwald geholzt wird und eine Menge Menschen ausgebeutet werden.
“Advertisers have figured out the ideal way to help marketers force marketing communications down the throats of unsuspecting browsers…” via fluffylinks
“Describe this brand with any words”
is another “interesting indicator of how much brands are radicated in our culture…” Matteo Moretti
Branded ist ein modernes Märchen, in dem reale Phänomene und Mechanismen des Markensystems verarbeitet werden, teils in wortwörtlich monströsen Metaphern. Zugrunde liegt eine fundamentale Branding-Kritik:
“It’s all the Brands, it’s the System, it’s an occupation [...] It used to be that Brands were formed from peoples desires. Now it is the people that are formed according to the desires of the brands” spricht der Held.
Er sieht wie Brand-Images die Welt und das Bewusstsein der Menschen kolonialisieren – sie schaffen Sehnsüchte und beeinflussen das Handeln jedes einzelnen Menschen und sie lenken den kulturellen Drift.
Nicht einzelne Marken werden kritisiert, sondern das Paradigma Branding und die Kraft mit der es individuelle und kollektive Vorstellungen etabliert. Aus dem massenhaften Wahrnehmen, Nachahmen und Weitergeben von Markenbotschaften und -Bildern steigen Monster hervor.
Der Trick des Helden besteht darin diese Monster dazu zu bringen sich gegenseitig zu zerfleischen. Dies passiert im Luftraum über den Köpfen der Konsumenten, wo die Monster ein Eigenleben zu führen scheinen, doch geschaffen und genährt werden die Monster durch die unzähligen Marken-Kommunikationen und durch die Handlungen der Konsumenten, die diese reproduzieren. Erst wenn diese durch ihr Verhalten den Marken-Botschaften folgen, erwachsen die Marken-Monster. Sie sind abhängig von den Menschen, die sie ernähren.
Die Konstruktion in zwei Ebenen, am Boden die Menschen und ihre Kommunikationen, und über den Köpfen die Monster, die von ihnen geschaffen werden, hat parallelen zum Image-Modell* von Alexander Hatzhold und mir. In diesem sind es die “Images”, die wie Wolken im Himmel schweben.
Sie werden geschaffen, wenn ähnliche Artikulationen (Bilder, Botschaften, Gesten, etc.) einer Marke im Netzwerk der Kommunikationen massenhaft reproduziert werden und sich darin stabilisieren. Dann entsteht eine Image Wolke, auf die ein jeder die vielfach wahrgenommenen Eigenschaften einer Marke quasi projiziert – und es erscheint so als gäbe es da draußen ein gefestigtes Image, dem jeder die Eigenschaften zuschreiben kann, von denen er weiss, dass die viele sie kennen (da sie ja vielfach zu sehen sind). All dies kann hier nur angerissen werden. Die Grafiken bedürften einer Erklärung, aber auch ohne eine solche mögen sie ein Ahnung geben.
Als Film ist Branded irritierend, weil er recht wild die Mittel mehrerer Genres vermischt und gleichzeitig versucht Hollywood-artige Unterhaltung zu liefern, was nicht ganz gelingt, da die hohen Produktionsstandards von Hollywood-Knallern nicht erreicht werden. Vor allem aber liefert sich “Branded” der Kritik aus, weil die besagte Vermischung Erwartungen und Lesegewohnheiten bricht.
Mich stört all dies nicht. Ich fand das wilde und wirre Durcheinander anregend und die nicht ganz perfekten, aber treffenden Bilder und Effekte in ihrem zusammenwirken originell. Branded ist als ernstes Comic zu lesen, nicht als komische Satire. Im Comic ist alles möglich. Es darf überzeichnet werden und dennoch kann sich alles sich auf einer ernsthaften Basis bewegen ohne notwendigerweise lustig sein zu müssen.
Vor allem aber kenne ich keinen Spielfilm der unsere Brave New Brand World so treffend als ein destruktives System darstellt, als eine systemische Verschwörung. Vor allem aber kenne ich keinen Spielfilm der unsere Brave New Brand World so treffend als ein destruktives System darstellt, als eine systemische Verschwörung. Logorama ist dagegen nur ein harmloser wenn auch exzellent gemachter Gimmick. Während William Gibson’s Roman Mustererkennung ebenfalls eine hypersensible Heldin als Markengenie präsentiert und mit ihr eine spannende Geschichte erzählt, die aber weniger Branding-Realität von heute auf den Punkt bringt. Branded zielt auf Muster der alten Massenmedien ab. Doch so bleibt noch Platz für eine zweite Folge, in der Branding mit und in Social Media und Big Data spielt, was man ohnehin noch nicht so richtig zu fassen kriegt.
Der gewalttätige Aufstand gegen die Protagonisten des Systems am Ende des Films entspricht der klassischen Dramaturgie, doch eigentlich wäre es ausreichend, wenn die Menschen Marken nicht mehr wichtig nähmen und ihnen einfach nicht mehr folgten. Den Marken-Monstern würde ebenso wie unseren Image-Wolken die Luft ausgehen. Wie schlaffe Luftballons würden sie zu Boden sinken und mit den schwindenden Erinnerungen in den Köpfen der Menschen verrotten. Der Film hingegen setzt mehr auf Muster tradierter Helden-Geschichten, derer sich auch die Marken gerne bedienen, und spielt auf der Klaviatur des “Spektakels”, dessen Herrschaft er damit stärkt. Aber wer möchte schon ein Ende wie ein stilles dahinschwinden haben? Ich. Denn ein spektakulärer Kampf erzeugt nur wieder neue Monster / Images.
Wenn es darum geht das Klima zu retten positionieren sich Politiker und Unternehmen gerne weit vorne und konkurrieren so mit Aktivisten (und andren Stimmen). Ein interessantes Beispiel liefert mal wieder eine Suche auf google, wo unter den Top-Anzeigen Siemens mit der Kampagnenplattform campact.de konkurriert.
Wer sich wie positionieren will (und die Mittel dafür hat), zeigt sich wenn die Suchwörter variiert werden. Desertec passt natürlich in die Wüste und damit zum Suchwort “doha”.
Die Anzeige unter der simplen Suche nur nach “Klimagipfel” (ohne Zusätze wie “2012″ oder “doha”) wollte (und konnte) sich nur Siemens leisten.
“warum regt sich da eigentlich niemand drüber auf?”
fragt Frau K. (danke für den Hinweis).
Ich verstehe das auch nicht. Selbst der Google Watch-Blog findet alles ganz normal. Lediglich dem Stern ist’s eine schnippische Bemerkung wert “Welche Leistung bislang immer nur David Hasselhoff für sich beansprucht hat, schreibt sich jetzt Google auf die Fahne. In seinem heutigen Doodle reißt die Suchmaschine die Mauer ein.”
Google = Freiheit und Friede, deshalb dürfen sie auch irgendwie die Mauer eingerissen haben, egal ob es google damals schon gab oder eben nur das Logo schon mal den Mauerstürmern geholfen hat. Naja, Gandhi war ja auch schon für Apple. Oder umgekehrt?
Der trägt doch glatt ein iPad unterm Arm.
Update:
It might not be fair trade, but at least a bit more ecological: The computer of iameco
“… the PC is the first of its class to receive the EU Ecolabel. Producing about 70% less CO2 than conventional computers and made of a majority of recyclable materials” writes Morgana Matus on inhabitat.com.
“Iameco Green Computers Have a Lesson or Two for Apple” is the title of the article by Mark Smith on triplepundit.com. I think we need again make pressure on Apple, like in the campaign “green my apple”
found on the facebook board of أساحبىs, a guy or a group of people from Kairo that produces jokes and publishes them on their site and on FB. I don’t get the jokes and automatic translation doesn’t help much, but i like the rough anarchic style. (@Ernesto: thanks for the link)
Slowly facebook is getting me, as if i keep getting more and more links to interesting stuff or conversations published on that platform. Also it is tempting to use the ubiquitous like-button (much less effort than writing a blog post and still it is a way to store and publish things). But i don’t like it. I made an account only to get a feeling how it works for professional reasons (i am into interaction design and web communication). And after having heard the excellent speach of Eben Moglen at re:publica “Why Freedom of Thought Requires Free Media and Why Free Media Require Free Technology“, i wanted to delete my FB account right away (i didn’t) and just use a fake account for my professional interest. But an account with a fake name and without “real” interaction does not provide the same experience. Let’s try the alternatives. I really like the basic idea of Zurker (it’s in closed beta > let me know, if you want an invitation): it is supposed to be owned by its users, but the interaction in the small world of Zurker is necessarilykind of lame compared with FB and Zurker is missing “social features”, which can be embedded elsewhere on the web). Let’s try diaspora and eventually friendica (but this one seems to need some nerdy efforts). Twitter is more interesting, but somehow a inner resistance keeps me from using it really (i don’t want to publish continuously all the little things i find interesting). For collecting and sharing links in more structured way i use diigo and i like it (thanks to the very useful browser plugins). Yes I WILL delete my FB account, but first need to do some research … and find a new setup of connected tools for personal knowledge management and publishing (sounds like work !-)
At least i am blogging again, also thanks to Sascha Lobo, who brought it to the point: we need more self-governed territory. And theoretically a network of blogs using good old hyperlinks and decentralized services like pingbacks and feeds would eventually be sufficient to create social networks.
The Descriptive Camera works a lot like a regular camera—point it at subject and press the shutter button to capture the scene. However, instead of producing an image, this prototype outputs a text description of the scene.
Der Idee Doktor Murkes* folgt Frank Bubenzer und sammelt Schweigen und andere unerhörte Momente aus dem Fernsehen. Im Ergebnis wesentlich erhabener als das ursprüngliche Rohmaterial TV.
* Doktor Murkes gesammeltes Schweigen ist eine Kurzgeschichte von Heinrich Böll. “Das titelgebende Hobby des Dr. Murke besteht darin, dass er aus Bändern herausgeschnittenes Schweigen sammelt, um es sich abends zur Erholung von der Hohlheit und Geschwätzigkeit des Mediums, also zur Seelenhygiene, vorzuspielen.” (wikipedia.de)
Mehr auf anmutige Medienverwurschtungen sind auf der Site von Frank Bubenzer zu finden.
Mir gefällt der pathetische Ton der Videos nicht, und auch nicht die typisch männliche Revolution!-Geste*, aber dennoch: die Botschaft und die Werte stimmen. Nach der Registrierung habe ich nicht sehr tief reingeschaut, denn die Site ist ein unübersichtliches Forum mit ein paar Videos. Wenn das so bleibt, dann wird sich da die “in-group” tummeln. Es kann ja aber alles noch werden – eine schöne Herausforderung für’s Interaktionsdesign, für solch groß angelegte Prozesse von Diskussion, Organsisation und Abstimmung die passenden Werkzeuge zusammenzubasteln. In Sachen PR verstehen Anonymous jedenfalls ihr Handwerk, und das ist schon mal eiune gute Vorraussetzung, um länger in der Aufmerksamkeitsökonomie zu bestehen.
Das vollmundige Proklamieren von Revolution ist mir immer irgendwie suspekt, insbesondere wenn es mit dem unerschütterbaren Glauben auf der richtigen Seite zu stehen gepaart ist. Dennoch ist diese Aktion ein Anstoss unter vielen, aus denen Veränderungen hervorgehen – bestimmt nicht so schnell wie Anonymous erhoffen und wohl auch kaum mit einem großen Schlag, sondern in unzähligen Schritten…
* bei all dem möchte ich tanzen und spielen, und muss an Emma Goldman denken, die meinte “Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution.”
America, the Greatest Country God ever gave Man, was built on three bedrock principles: Freedom. Liberty. And Fear — that someone might take our Freedom and Liberty. But now, there are dark, optimistic forces trying to take away our Fear — forces with salt and pepper hair and way more Emmys than they need. They want to replace our Fear with reason. But never forget — “Reason” is just one letter away from “Treason.” Coincidence? Reasonable people would say it is, but America can’t afford to take that chance.
Für diejenigen, die derart sarkastische Ironie nicht vertragen, bewirbt Kollege Jon Stewart “seine” Veranstaltung noch im Namen der Vernunft auf rallytorestoresanity.com. So ein Zufall: Beiden Veranstaltungen ist Ort und Zeit gemein.
… it’s high time for us to get systematic about helping activist groups highlight life-or-death issues—with or without the Yes Men’s participation. That’s what the Yes Lab is all about.
Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, und bauen eine professionelle Struktur auf, die für einen beständigen Fluss subversiver Projekte sorgen soll:
… we’ll need proper staffing, because these sorts of projects take a whole lot of work. More specifically, we’ll need:
A main organizer, who will go after projects, work with organizations to figure out how projects can fit into their ongoing campaigns, and help follow projects through to completion.
An administrator who will also serve as primary fundraiser and manager.
An online guru who will develop our extensive list and put it at the service of projects.
Possibly, extra space beyond our teeny-tiny Manhattan office.
Dafür sammeln sie erst mal Geld: “$50,000 will enable us to do that for an initial period of six months, from September 2010 to March 2011.”
Orientierung und Kritik – alles auf einer Karte (zu einem Vortrag von Matthew Taylor, gezeichnet und animiert von cognitive media):
@ Alex: danke für den Link
In dem Zusammenhang ist auch die Umfrage der FTD unter 1100 deutschen Ökonomen interessant – nicht so witzig und nicht ganz so fundamental in der Kritik, aber dennoch überraschend linkslastig. Hier ein paar Worte aus der Zusammenfassung:
Weil sie die Finanzkrise nicht ahnten, müssen sie viel Spott einstecken. Welche Lehren ziehen Deutschlands Ökonomen daraus? Was empfehlen sie jetzt? Mehr als 1100 Experten haben auf die große Umfrage der FTD in Kooperation mit dem Verein für Socialpolitik geantwortet.
Deutschlands Durchschnittsökonom wählt Grün oder Gelb, findet den alten Briten John Maynard Keynes am wichtigsten, zweifelt an der Schuldenbremse und hält eine Steuerreform für relativ bis sehr wichtig.
Antworten, aus denen [...] eins [...] durchschimmert: wie sehr die Zunft von der Krise gepackt ist – und wie sehr sie um neue Antworten auf wirtschaftspolitische Probleme ringt.
[...] Zu den größten Aufsteigern zählen auf der Bedeutungsskala auch die Nobelpreisträger Paul Krugman, Joseph Stiglitz und George Akerlof
weiter auf FTD.de. In der gedruckten Ausgabe vom 25.7. sind die Ergebnisse infografisch ansprechend dargestellt. Schade, daß dies nicht auf der Web Site so zu sehen ist.
Signal-Iduna-Park, Alianz-Arena, Red-Bull-Salzburg … Markennamen im Fussball sind nix Neues. Doch die Inbesitzname von Sprache durch Marken geht weiter und könnte durch Satire kaum übertroffen werden, wie die FTD treffend kolportiert:
“Keisuke Honda ist am Ball. Und wieder Honda. Honda tanzt die Dänen aus” – am Ende fielen nicht nur drei Tore für Japan, sondern gefühlte 67-mal der Name Honda in der TV-Moderation. [...] In Zukunft überweisen Autobauer ihr Geld sicher nicht mehr der Fifa, sondern direkt den Fußballern. Fürs Endspiel könnte die Aufstellung wie folgt klingen: Thomas Volkswagen im Sturm neben Mesut BMW und dem Turboschützen Lukas Porsche. Es gibt nur einen Haken. Wenn es mal nicht mehr läuft, drohen Sätze wie diese: “Audi am Boden” oder “Daimler blamiert Deutschland”.
Gerade weil BP, wie hier vor einiger Zeit auch kurz thematisiert, seit Jahren versucht sich einen grünen Anstrich zu geben, sind sie nun um so leichter zu karikieren. Das macht die Katastrophe zwar nicht besser, verdeutlicht aber auch dem Blindesten, daß es keine sauberen Ölkonzerne gibt, egal wie grün die Logos sind.
Nicht ganz so umfassend und ‘punchy” ist der “Der Klimafilm” “Unsere Kleine Welt” von drei Kommunikationdesignstudenten der FH-Augsburg – dafür schräger und in jedem Fall ein informatives Vergnügen:
“Images” sind nicht Tatsachen. Ebenso banal, wie witzig wird die absurde Diskrepanz zwischen beidem auf Werbung gegen Realität von pundo3000 vorgeführt. Wer sich beim Einkaufen faktisch informieren will, der kann das nun auch, mit Codecheck – Bar-Code scannen und via mobiler Applikation auf eine Datenbank von Produktinformationen zugreifen. Die stärke des Web – allen Informationen nur “one click away” – jetzt überall. Und das ohne Texteingabe. Hier haben es Brands schwierig ihre Image-Wolken sauber zu halten.
Für seine Produktinformationen greift Codecheck auf renommierte Experten zurück: Deren von der Industrie unabhängigen Organisationen sind schon lange und international tätig oder stehen als staatliche Institutionen unter ständiger Aufsicht. Momentan arbeitet Codecheck mit Informationspartnern aus folgenden Feldern: Kosmetische Inhaltsstoffe, E-Nummern, Label/Gütesiegel, Nährwerte und der den Strichcode vergebenden Organisation GS1.
Gute Sache, für alle die’s genau wissen wollen. Ich mach’s mir einfacher indem ich Konserven und Abgepacktes meide, und versuche vor allem Frisches aus der Umgebung zu kaufen und natürlich ‘bio’. Das vermeidet neben Schadstoffen im Essen auch noch einen Haufen anderen Mist (unnötige Umweltschäden durch Transport und Landwirtschaft, Abfall und Tierquälerei). Im Supermarkt bleibt dann bloß kaum noch was übrig … und im ‘busy’ Großstadtarbeitslebenstil bleibt auch mir nur der gerade bestmögliche Kompromiss. Wie immer
Dieses Bild ziert das Cover eines amerikanischen Marketing-Buches über Zuschauer-/Nutzermessungen und visualisiert dabei wunderbar die Situation des modernen Individuums, das die Welt primär aus den Medien kennt. Und die Medien spiegeln eine Welt der Unternehmensinteressen wieder. Denn die finanzieren die Massenmedien, indem sie die von den Medien aggregierte Aufmerksamkeit einkaufen, um auf diesem Weg ihre Botschaften (“Brand-Messages”) zu den Individuen zu befördern. Die Medien optimieren ihr Programm so, daß es möglichst viel Aufmerksamkeit zahlungskräftiger Zielgruppen auf sich zieht und optimal zu den Marketing-Botschaften passt.
Das ist alles nicht Neues, in Anbetracht diese Bildes wird nur augenscheinlich wieso Unternehmen dafür enorme Summen ausgeben: sie kreieren unsere Welt.
Was wir von der Gesellschaft und ihrer Welt wissen, wissen wir fast ausschließlich durch die Massenmedien. Gleichzeitig haben wir jedoch den Verdacht, dass dieses Wissen manipuliert wird. Zumindest kommt es extrem selektiv zustande, gesteuert zum Beispiel durch wenige Faktoren, die den Nachrichtenwert von Informationen bestimmen oder Unterhaltungssendungen attraktiv erscheinen lassen.
Have you ever wondered what an hour’s worth of paper grocery store bag usage looks like in America? Answer: like a forest.
Chris Jordan macht das unfassbare sichtbar. Die gigantischen Zahlen, mit denen der Abfall unseres Konsums taxiert wird, sind unbegreiflich. Chris Jordan stellt sie in atemberaubenden Bildern dar.
Ich zeige diese zweite Video wegen der beeindruckenden Bilder von Albertross-Skelleten mit Plastik-Müll. Ich teile nicht den Glauben des Vortragenden in Gefühle (das müsste man schon sehr differenzieren und selbst dann wäre es schwierig). Denn wie uns Colbert zeigt, wird oft genug eine Pseudo-Agumentation auf Glauben und Gefühlen aufgebaut, um damit sehr gefährliche Angelegenheiten zu propagieren.
According to Wikipedia, “Truthiness is a humorous term coined by Stephen Colbert in reference to the quality by which a person claims to know something intuitively, instinctively, or from the gut without regard to evidence, logic, or intellectual examination.
Aus der Entwicklung der Top 20 Brands innerhalb der letzten Dekade kann man so einiges herauslesen. Mit der gut gemachten interaktiven Infografik macht das deuten und spekulieren richtig Spaß.
Auf der Einstiegsseite zu den Best Global Brands 2009 ist eine Menge mehr flott aufbereitetes und aussagekräftiges Material versammelt. Die komplette Liste der Top100 2009 lässt weitere Schlüsse ziehen. Zählt man den Wert der Top10 Brands zusammen erhält man die stolze Summe von 422,901 Milliarden $. Wäre interessant zu wissen, wie viel ausgegeben wurde, um das zu erreichen. Das kann ich nicht sagen, aber ich kann ungefähr beziffern, was in den USA 2009 insgesamt für Marketingkommunikation (inkl. Werbung) ausgegeben wurde: 470 Milliarden $ (errechnet aus Angaben im VSS Forecast 2009). Vielleicht ist ein Zehntel, ein Viertel oder sogar die Hälfte dieser Summe in Kommunikationsarbeit geflossen, die es ermöglicht hat den Wert der Vorstellungen in unseren Köpfen, also der Images, zu besagten 10 Marken auf fast 423 Mrd$ zu treiben. Wie groß auch immer der Anteil war, es hat sich offensichtlich gelohnt. Es ist also zu erwarten, daß immer noch mehr für den Aufbau von Images ausgegeben werden wird. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers wurde der Anteil des Markenwertes am Gesamtunternehmenswert im Jahr 1999 noch mit 56% bewertet und im Jahr 2005 bereits mit 67%. Dieser Markenwert ist im Endeffekt nichts anderes als die Summe der zu erwartenden Umsätze, die aufgrund positiver Images erzielt werden. Um Images so zu stärken, daß sie als Motivation für mehr Konsum funktionieren, werden mehr Image-relevante Informationen verbreitet werden müssen, die unsere Vorstellungen zu den propagierten Marken schönfärben und festigen. All das, was wir zu sehen und zu hören bekommen, wird noch mehr auf eine Steigerung von Konsum und Leistung hinauslaufen. Mehr Geld für Marketingkommunikation bedeutet mehr Konsum- und Leistungsbotschaften, denn diese spiegeln das inhärente Interesse von Unternehmen wieder: Konsum steigern, um Gewinne und Marktanteile zu maximieren – Leistung steigern, um die Produktivität zu maximieren). Andere Botschaften werden von so viel finanziell gestütztem Kommunikationsdruck noch weiter verdrängt werden. Die begrenzte Aufmerksamkeitskapazität der Konsumenten wird zu noch höheren Anteil von Marketingbotschaften gefüllt werden. Es wird immer weniger Aufmerksamkeitsbudget für Themen und Motive übrig bleiben die nichts mit Konsum und Leistung zu tun haben, ähnlich wie finanzielle Budgets für wichtige Angelegenheiten, wie Bildung und Entwicklung, darunter leiden, dass entschieden wird mehr Mittel in anderes zu stecken, z.B. in Marketingkommunikation.
Ausgaben (in Milliarden $ und gerundet):
470 für Marketingkommunikation (inkl. Werbung) in den USA 2009
97 für Bildungswesen in den USA 2006
417 für Werbung weltweit (Schätzung 2009)
120 für Entwicklungshilfe weltweit 2006
Man könnte den Eindruck gewinnen es sähe düster aus. Ich glaube aber zwei Tendenzen zu erkennen, die mir Hoffnung geben:
1. Die zunehmende Rolle des Internet entzieht dem Konglomerat aus Unternehmen und Medien die Hoheit über die öffentlichen Themen und “Bilder”. Damit wird es schwieriger die gleichzeitige Präsenz von Image-relevanten Informationen (“Brand Messages”) herzustellen, die notwendig ist um Images zu etablieren und einigermaßen unter Kontrolle zu halten (denn ohne enorme Präsenz werden Image-relevanten Informationen nicht zu gleichförmigen Vorstellungen in den Köpfen der Konsumenten synchronisiert).
2. Der Marken-Wert von den Unternehmen, die primär von ihrem Image leben (Coca Cola, Gucci, etc.) und kaum von einer tatsächlichen Überlegenheit ihrer Produkte oder Dienstleistungen, wird sich nicht endlos steigern lassen, sondern wie eine Spekulationsblase platzen. Hierzu müssen natürlich zunächst die Konsumenten erkennen, daß sie den Image-Mehrwert gar nicht nötig haben, und sie auf das Produkt verzichten können oder ein Noname-Ding es ebenso tut. Im nächsten Zuge werden dies die Anleger und Bewerter erkennen. In Folge dessen werden die Kurse der Marken-Werte werden in den Keller sausen. Überleben werden dann nur die Marken, deren Produkte einen funktionalen Mehrwert liefern, wie es beispielsweise bei google der Fall ist. Deren Mehrwert wird täglich Millionenfach erlebt. Google investiert in Innovation und kaum in reine Image-Kommunikation. Der Markenwert von Google hat im letzten Jahr um 25% zugelegt. Das zeigt wo’s lang geht und es ist allemal eine gesündere Entwicklung, als diejenige an deren Höhepunkt wir momentan stecken (das Problem von Privacy und Monopolmacht von Giganten wie google ist ein anderes Thema).
Das Leben verlagert sich weg von der Straße rein in’s Netz. Blöd nur, daß man da nicht zeigen kann, was man sich geleistet hat. Blippy schafft endlich Abhilfe.
Blippy – “a fun and easy way to see and discuss the things people are buying”. Wir sind im 21. Jahrhundert angelangt. Blippy ist ein neuer Netzdienst, in dem Leute sich gegenseitig zeigen können, wo, wofür und wie viel Geld sie ausgegeben haben. Es ist ganz einfach: man gibt seine Kreditkartendaten (“Visa, Mastercard, and more”) oder seine Zugangsdaten bei iTunes, Amazon oder anderen Einkaufsportalen an – und alle können sehen, wofür man sein Geld ausgibt. Web 2.0-gerecht können die Ausgaben natürlich auch kommentiert werden. Ist doch klasse, oder?
(aus den Verriss des Monats auf heise.de: Shopping-Porno von Peter Glaser)
Konsum mag identitätsstiftend sein, aber vor allem dient er der Pflege des eigenen Image – doch nur, wenn die Anderen auch wahrnehmen, was ich konsumiere! Denn alles was ich sichtbar konsumiere verweist auf bestehende Images (von Marken, Lifestyles, etc.). Die Verlagerung des Konsums in’s Virtuelle verlangt neue Formen des sichtbar machens von Image-Referenzen. Nirgendwo werden Referenzen so explizit gesetzt, wie im Web: ich bin “Follower von…”, “Freund von…”, “Fan von…”, ich habe Lieblingslisten bei eCommerce-Anbietern, Links auf Social-Bookmark-Plattformen, etc. etc. Nur mein Konsum verbleibt im Netz wenig sichtbar. Man kann gespannt sein, was da noch so kommen wird.
Wenn der Image-Konsum – Konsum, der durch den Image-Aspekt von Produkten motiviert ist – sich auf virtuelle Produkte beschränken würde, hätte das zumindest den Vorteil, daß wenig Kollateralschäden an Umwelt und Menschen entstünden, da hierfür kaum natürliche Ressourcen in Produkte verwandelt werden müssten (abgesehen von der notwendigen Computer/Netzwerkinfrastruktur und ihrem Energieverbrauch). Das wäre dann wohl im Sinne von Timo Seghal’s “andere(r) Form der Produktion”. Es lebe also der virtuelle Konsum von rein immateriellen Produkten! (Zumindest so lange wir “Image” brauchen, um uns zu definieren – könnten wir dies ablegen, so bliebe uns ein Haufen Mist erspart !-)
Passt zur unter “Auto – von Arbeit bis Image” geführten Diskussion. Ob dies bei Autofahrern einfach nur blanke Abwehrreaktionen verursacht oder tatsächliches Umdenken auslösen kann, ist schwer zu sagen. Ich finde die Mischung aus Information/Aufklärung und Ironie klasse. Schön auch, daß Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden und nicht nur betraft wird.
Solch einfache Mittel machen doch einiges klar und ziehen verzerrte Realitäten wieder glatt, wie auch die exzellente “Image vs. Facts“-Grafik aus der Arbeit “reality checking device” von Susanna Hertrich.
Jetzt muss wohl selbst ich noch meinen Senf zum Medienereignis #1 in 2010 zum Besten geben. Denn seit das iPad präsentiert wurde kreisen meine Gedanken immer wieder um dieses Ding und den Wirbel, den es auslöst (gab es denn schon mal ein neues Produkt, das in den Tagesthemen vorgestellt wurde? Und es auf die Titelseite so ziemlich jeder bedeutenden Zeitung schaffte? Aber um Medienhype, PR und Branding geht es an dieser Stelle mal ausnahmsweise nicht.
Gerade habe ich die FAZ am Sonntag aus der Hand gelegt, die ich nur gekauft habe, weil mich der Titel „Die Politik des iPad“ angesprungen hat und in der Tat fand ich darin einige meiner Gedanken wieder. Frank Schirmmacher reitet da die „Technologie ist Ideolgie“-Nummer, fasst eloquent die gesammelte Kritik am iPad zusammen und spekuliert über dessen kulturelle Bedeutung und den gesellschaftlich-medialen Wandel hin zu einer Welt à la iPad. In diesem Zusammenhang benutzt er sogar das Wort „Bewusstseinsindustrie“! Mir geht es hier aber nicht um Schirmmacher’s sehr lesenwerten Artikel an sich, sondern darum, wie wichtig es ist Sachen selbst machen zu können, anstatt primär zu konsumieren und sich damit den großen Machtkonglomeraten vollkommen auszuliefern. Auch Schirmmacher bezieht sich u.a. auf den CCC, Jaron Lanier, die wie Lawrence Lessing und viele andere eintreten für offene Systeme, frei zugängliche Entwicklungswerkzeuge und Inhalte (von Open Source zu Creative Commons). Das iPad steht für den Gegenentwurf, für eine Welt in der alles einfach und bequem ist, man nichts machen muss, aber auch nichts machen kann, was nicht vorgesehen ist.
“Selbst machen können” ist nicht nur im Bereich Computer und Software wesentlich. Offene Systeme, zugängliche Werkzeuge sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten zum selbst machen sind in allen Bereichen wichtig ist. IT ist sicherlich heute die mächtigste Kulturtechnik, weshalb die Möglichkeit zur kreativen Produktion in diesem Feld so wesentlich, um die Welt mitgestalten zu können. Aber auch ein Möbel zusammenzimmern zu können oder in der Lage zu sein Gemüse anzubauen macht autonom. Musik, Bilder, Theater, etc. selbst zu machen ist Glück abseits von Konsum und befreit somit von dessen Zwängen und Nebenwirkungen. Eigene Gedanken fassen und seine Meinungen artikulieren zu können macht mündig (selbiges gilt für Gefühle). Und nur wer mündig ist, kann Verantwortung für sich und sein Tun übernehmen. Wer keine Verantwortung übernimmt wird Opfer. Opfer der Umstände denen er/sie sich ausliefert – oft freiwillig! (was nicht heißen soll, dass jeder alleiniger Gestalter seiner Umstände wäre. Man selbst ist aber der wesentlicher Faktor, zumindest wenn man so privilegiert ist wie ich: meine Primärbedürfnisse werden problemlos erfüllt, ich habe guten Zugang zu Informationen und es gibt relativ wenig, was meine Freiheit übermäßig einschränkt außer selbst gewählte Verpflichtungen/Situationen und empfundene Erwartungen).
Um freiwillige Unmündigkeit und übermäßige Machtkonglomerate zu vermeiden ist es essentiell, dass jeder mal erlebt, wie befriedigend es ist Kraft der eigenen Fähigkeiten – der Phantasie, der Logik und des „Handwerks“ – etwas zu schaffen, um so eine Haltung zu gewinnen, mit der es ein Vergnügen ist an selbst gewählten Aufgaben zu wachsen. Also, wenn ihr euren Kindern schon Konsolen kauft, dann zeigt ihnen wenigstens, wie sie gehackt werden können! Und wenn ihr so ein iPad kauft, dann habt Spaß und benutzt es kreativ als Spielzeug, wie meine Tochter das Rote Ding da oben, aber baut es nicht wie vorgesehen in euer Leben ein, denn dann baut euch ein!
Und jetzt noch drei Worte zum iPad an sich: mir gefällt’s! Aber ich glaube nicht an seinen Erfolg – zumindest nicht kurzfristig. Das Ding ist seiner Zeit ebenso voraus, wie es damals Apple’s Newton war. Diese Vorlage für alle ‚Handhelds’ war ein Flop, weil weder die Gewohnheiten, noch die Technologie so weit waren. Mobile Kommunikation steckte Anfang der 90er noch in den Kinderschuhen, Wireless gab praktisch noch gar nicht und ein Handy hatten nur Geschäftleute, die es wirklich brauchten und bezahlt bekamen. Der Hemmschuh des iPad ist schlichtweg seine Größe. Die ist momentan noch notwendig, um ein großes Display unterzubringen und das wiederum ist Voraussetzung für vernünftige Anwendungen, für die der verfügbare Platz auf dem iPhone-Display einfach zu klein ist. Doch wo soll man das iPad denn hinstecken, wenn man unterwegs ist? Zu groß für die Jackentasche und wenn ich eine extra Tasche mitschleppen muss, dann kann ich da auch gleich meinen Laptop reinstecken. So etwas wie das iPad wird erst richtig erfolgreich, wenn es möglich ist Displays auszuklappen, aufzublasen, holografisch zu projizieren oder wie auch immer aus einem kleinen Gerät herauszuzaubern.
Und bis sich das Ding als universelle Fernbedienung zu Allem (inklusive dem gesamten Internet) und als Life-Style-Entertainment-Tablette für zwischendurch etablieren wird, kann es noch dauern, denn momentan dürfte nur eine kleine “Life-Style-Elite”, die sich einen solches Luxus-Gadget leisten kann, bereit sein dafür Geld auszugeben. Langfristig hingegen zeigt’s schon auf, wo es hingehen könnte…
Ein Image von etwas ist das von dem wir annehmen, dass es sich alle unter dem Image von diesem Etwas vorstellen.
Ähnlich wie wir annehmen ein Tisch sei etwas, was sich alle vorstellen, wenn sie „Tisch“ hören. So wie die Verbreitung einer einheitlichen Bedeutung von Worten geschehen ist, so verbreiten sich auch Images: durch Kommunikation – und im Fall von Images unter der Voraussetzung alle glauben es gäbe Images. Ähnlich, wie wir davon ausgehen, dass Tische existieren, um uns darauf zu einigen, dass wir uns Tische so und so vorstellen und sie „Tische“ nennen. Im Unterschied zu Tischen kann man ein Images nicht anfassen und somit auch nicht sicher sein, dass es sie wirklich gibt. Wieso also sprechen wir so selbstverständlich von Images, nehmen sie wahr oder arbeiten sogar an ihnen. Was macht sie so real und wie entstehen sie?
Die Kampagne Green my Apple war erfolgreich. Umweltsünden und unfaire Arbeitsverhältnisse passen einfach nicht zum menschlichsten aller Computer-Brands. Also versprach Apple Besserung und tat auch wirklich etwas, wie am Greener Electronics Ranking ablesbar ist. Verbrauchermacht wirkt, wenn das Image in Gefahr ist.
Doch jetzt kommt die Meldung, daß u.a. das iPhone-Display beim taiwanischen Zulieferer Wintek unter bedenklichen Umständen hergestellt wird, weshalb diesmal die Arbeiter vor Ort protestieren – (noch) nicht die Verbraucher. Wintek hat bereits reagiert und behauptet, daß die Arbeiter ihre versprochenen Boni erhalten und der Giftsoff n-hexane bereits seit August nicht mehr verwendet werden würde. Von Apple selbst ist mir noch keine Reaktion bekannt. Apple dürfte empfindlicher reagieren, wenn sich diese Nachricht verbreitet und das saubere Image in Gefahr kommt. Denn der Wert von Apple liegt ja weniger in Displays oder vielmehr der Produktion an sich als im Image, also in den Kommunikationen und Köpfen der Konsumenten. Und wenn sich da schlechte Assoziationen einschleichen, dann ist das wirklich Gift für Apple.
Kommentator TehSilentWolf auf engadget bringt’s auf dem Punkt, wie solch ausbeuterischen Umstände zu Stande kommen:
Its the big companies that squeeze the manufacturers to the limit. Like say if a computer company wanted them to make cheaper LCD’s then they would ask them to keep the price down, which then makes the manufacturer have to compromise on working conditions.
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Mehr zum Thema:
Apple has a big event planned for the end of the month, when the company is supposed to unveil its rumored tablet and perhaps a new iPhone OS, but the workers who make screens used by Apple are a lot more concerned about getting paid and whether they’ve been made to work with hazardous materials.
Apple’s overseas manufacturing partners have been the subject of much scrutiny over the years. Last July, an audit of Apple’s partners in mainland China found that 45 of 83 factories that built iPhones and iPods in 2008 weren’t paying valid overtime rates for those workers that qualified. In addition, 23 of those factories weren’t even paying some of their workers China’s minimum wage.
The Taiwanese company’s East China factory ground to a halt last Friday morning, while about 2,000 of its 10,000 workers went on a five-hour protest over a rumored bonus cancellation for the second year in a row. On top of that, workers also criticized Wintek for using n-hexane — a banned substance used for cleaning LCDs — which they claim caused the death and paralyzation of several workers last year. Factory officials and Chinese health authorities don’t deny that n-hexane was used, but they say it wasn’t responsible for either the deaths or the paralyzations. Now, the good news: Wintek has promised that workers will get their bonuses, and further said that the factory hasn’t used n-hexane since August — complete with proof that current n-hexane levels are lower than safety regulations require.
Nachhaltigkeit ist gut und grün ist schön. Das wissen auch die Branding-Strategen von Coka Cola und machen bei der Kampagne Hopenhagen mit. Eine Werbeagentur macht dafür noch eine kreative Kampagne und ein Illustrator hübsche Bildchen. Gegen derlei Image-Strategien hat es die die Macht des Faktischen nicht leicht, denn es mach einfach mehr Spaß im Angesicht eines hübschen Bildchen zu glauben, daß alles gut wird und dabei Cola zu trinken, als bei einem Glas Wasser irgendwelche kritischen Artikel zu lesen. Dennoch sein an dieser Stelle auf ein Interview mit Vandana Shiva verwiesen. Ein Ausschnitt:
Environmentalist Vandana Shiva on the Coca-Cola sponsored campaign ‘Hopenhagen’ in an interview with Democracy Now’s Amy Goodman, 14/12/09:
Amy Goodman: There is a big campaign here called “Hopenhagen.”
Vandana Shiva: Yeah.
AG: Among the corporate sponsors are Coca-Cola (…). Can you talk about the global effects of Coca-Cola?
VS: Yeah, my heart just sank, because when I got off the flight, the first thing I saw was a Coca-Cola bottle, “Hopenhagen.” Well, if you’ve been to Plachimada, India, where 1.4 million liters, 1.5 million liters were extracted by Coca-Cola every day, and—
AG: Liters of water?
VS: Liters of water to make these soft drinks and to do the bottling of water. The women had to rise up against Coca-Cola. The women had to say, “Shut this plant down, because we are having to walk ten miles to get clean and safe water.” That would not be Hopenhagen. The women of Plachimada would not see hope in a Coca-Cola bottle.
AG: Where is Plachimada?
VS: Plachimada is a little village in Kerala where the women organized and shut down a Coca-Cola plant, and this triggered a movement across India. Three plants have been shut down. Coca-Cola does not bring hope, and Coca-Cola should not be the symbol of finding solutions for the climate crisis.
“Die Demokratisierung des Luxus durch H&M” hat ihren Preis. Dabei ist man sich bei H&M des Image-Mehrwertes von “Sozialer Verantwortung” (CSR) und “BIO” bewusst. Ob die entsprechenden Maßnahmen nun ausschließlich aus Image-Gründen getroffen und kommuniziert werden oder aber aus tatsächlicher Vernunft und Menschenliebe ist von außen schwer zu beurteilen. Aktionen wie die von der TAZ aufgeführte sind ein Zeichen dafür, daß es der Konzern nicht wirklich gut meint, sondern vor allem gut dastehen möchte. Dafür sprechen auch auftretende Widersprüche, wie die banale Tatsache, daß Bio-Baumwolle im Angebot offensichtlich nur einen unbedeutenden Anteil einnimmt und daß die sozialen Bedingungen der Produktion auch nicht immer so astrein, wie proklamiert zu sein scheinen. Siehe hierzu “H&M Fabriken brennen in Bangladesh” auf sum1 oder die oder alles zum tag “HM” auf auf Konsumsumpf.
[Es] müsse im Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung in Zukunft deutlich werden, dass Kaufen nicht zu Glück, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz führe, heißt es in einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Umweltinstitutes.
eh klar, kann aber nicht oft genug gesagt werden. Noch ein paar prägnate Fakten:
2006 habe die Menschheit für Waren und Dienstleistungen 30,5 Billionen Dollar ausgegeben, 28 Prozent mehr als 1996 und sechsmal so viel wie 1960. Die Weltbevölkerung sei seit 1960 aber nur um das 2,2-fache gestiegen. …
Und ein Wandel ist nicht in Sicht: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) hat heute in Berlin “Zuversicht” verbreitet: Nach dem Geschäftseinbruch von 15 Prozent im vergangen Jahr erwarten Großhandel und Dienstleister für 2010 wieder deutliche Umsatzsteigerungen. …
Angetrieben werde das unverantwortliche Kaufverhalten von massiven Werbeschlachten der Wirtschaft: 2008 hätten Unternehmen weltweit 643 Milliarden Dollar für Kampagnen ausgegeben. In China und Indien steigen den Angaben zufolge die Ausgaben für Werbung jährlich um mehr als zehn Prozent. …
Als Beispiel für die Wirksamkeit der Reklame* nennt der Bericht den Verkauf von Trinkwasser in Flaschen: 2008 wurden 241 Milliarden Liter verkauft, doppelt so viele wie 2000. Auch die Hersteller für Haustierbedarf und -futter lassen sich ihre Werbung viel kosten: 300 Millionen Dollar geben sie in den USA pro Jahr aus, um ihre Produkte anzupreisen. Zwei Schäferhunde verbrauchten dort so viel Ressourcen wie ein durchschnittlicher Bürger im asiatischen Bangladesch.
* Reklame ist da wohl der falsche Ausdruck. Branding und Marketing-Kommunikation wären passender, denn wer glaubt in 2010 schon noch der Reklame – ist auch gar nicht nötig, wo Marketing-Kommunikation und Branding ohnehin so ziemlich alles durchziehen (oftmals subtil und quasi unbemerkt).
Fazit der Veranstaltung: Der Privat-PKW ist passé, die ökonomische Krise kann nur durch gesellschaftlich notwendige und umweltfreundliche Produktion gelöst werden.
…
“Wir brauchen gesellschaftlich notwendige und nützliche Beschäftigung, die Autoproduktion gehört definitiv nicht dazu.” [sagt Uwe Fritsch, Vorsitzender des Betriebsrats von VW-Braunschweig]. Das in den Köpfen der Beschäftigten zu verankern, sei in einem Land, in dem das Auto das “zweite Wohnzimmer” sei, allerdings nicht so einfach.
…
Der VW-Betriebsrat hat durchgesetzt, das ein Promille des Gesamtumsatzes in alternative Produktionskonzepte investiert werden müssen. “Das sind bei VW immerhin 100 Millionen Euro pro Jahr”, so Fritsch. Das Werk in Braunschweig kooperiere mit dem Stromanbieter Lichtblick, dessen Blockheizkraftwerke bei VW gebaut würden. …
Die Köpfe der Leute benennt Fritsch als ein wesentliches Problem. Dem Auto zu entsagen ist schwierig in einer Auto-Kultur, die immerzu genährt wird von immensen Budgets für Marketing-Kommunikation der Automobilindustrie. Kommunikativ ist diese ja sehr anpassungsfähig und arbeitet an “grün-nachhaltigen” Images. Klar, die gilt es zu enttarnen, wenn sie nicht mit den Fakten übereinstimmen, aber Kritik alleine ist zu wenig. Es gilt “autofreie Lebensweisen” attraktiv darzustellen und Images zu aufzubauen, die für diese “neue Wirklichkeit” stehen. Die entsprechenden Bilder und Botschaften müssten entsprechend verbreitet werden. Auch hierfür würde “ein Promille des Gesamtumsatzes” schon einiges Bewegen können (an Budget zur Kreation und Verbreitung ebensolcher Images). Wie kommen wir zu einer ausgewogeneren Präsenz von Themen und Images? Zu mehr Kommunikation von Anliegen und Aussagen hinter denen nicht primär Interessen und Budgets der Industrie stehen?
Die Bilder stammen von der Web-Site Autofreie Stadt (Danke für die Leihgabe!) von den Beiträgen “Europäische Kommission: Straßen Wieder für Menschen nutzbar machen” (zur Studie “Reclaiming city streets for people” der EU-Kommision) und “Interview mit Hermann Knoflacher” (ein Hinweis auf ein Interview mit dem autokritischen Verkehrsforscher in der Zeit). Weitere relevante Beiträge zum Thema finden sich auch im Magazin von fairkehr. In welche Richtung es (ohne Auto) gehen könnte deutet ein ein Beitrag über eine Volksinitiative in der Schweiz an, die “verlangt, dass viermal pro Jahr alle Straßen und Plätze nicht für Autos, sondern für autofreie Mobilität, für ‘Lifestyle’ zur Verfügung stehen.”* Ja, ein Lifestyle sollte es werden, es darf Spaß machen und soll als Bereicherung empfunden werden, nicht als bitterer Verzicht – denn mit Verzicht lässt sich nichts gewinnen, zumindest nicht “die” öffentliche Meinung. So was lifestyliges wie “LOHAS” (bloß ohne Auto und für die Massen) müsste daraus werden, aus der Idee der autofreien Gesellschaft, damit diese Realität werden kann. Wie wär’s mit “FAQL” (Fresh Air and Quality of Life) oder Lifestyle of Fresh Air (LOFA) – naja, da darf noch gebrainstormt werden
… und wer sich noch an die autofreienSonntagein den 70ern erinnert, weiß wie toll es war auf der Autobahn Rollschuh zu fahren (derlei tief sitzende positive Erinnerungen an ein kindliches Vergnügen würde ich nutzen, wenn es darum ginge ein positives “autofrei-Image” aufzubauen).
* Ergebnis der Volksabstimmung vom 18.5.2003: 62.4% dagegen, 37.6 für autofreie Tage (Beteiligung 49.8% / Quelle). Wäre interessant zu erfahren, wie hier und heute eine solche Abstimmung ausfallen würde. Zumindest regional sollten autofreie Tage attraktiv vermittelt werden können à la “München feiert den Sommer – ohne Autos und draussen”. Dabei würden wieder wunderbar autofreie Assoziationen in die Köpfe der Menschen gelangen…. und nach und nach fügt sich das Image vom autofreier Freude und Lebensqualität.
… so weit ein paar bruchstückhafte Ansätze. Fortsetzung folgt.
Der Bund mündiger Bürger (BmB) ruft derzeit dazu auf, ein Antragsformular für die Eröffnung eines Kontos bei der von der Regierung geplanten “Bad Bank” herunterzuladen: “Wer seine Miesen auf dem Konto schon immer loshaben wollte”, so der Appell, “oder wer einen lästigen Kredit und sonstige Verpflichtungen am Hals hat, die er gerne jemand anderen aufbürden würde, hat für die Dauer der Aktion die einmalige Gelegenheit dazu”. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular soll entweder direkt an das Bundeskanzleramt oder an den BmB geschickt werden, der es dorthin weiterleiten will.
Ob dieses Bild von der selben Aktion stammt, weiss ich nicht (ich galube nicht), aber es passt zum Thema.
Das einzig vernünftige Wahlplakat bisher macht darauf aufmerksam wie wenig man ihm selbst und den anderen Plakaten trauen kann. Und genau neben diese gehört es, sagt die Piratenpartei und liefert eine Anleitung, die zeigt wie das geht. Also rein ins Internet und her mit den Informationen.
Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Wussten Sie, dass Sie Plastik im Blut haben?
Regisseur Werner Boote zeigt in seinem investigativen Kinodokumentarfilm, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?
Das ist ernst und hört sich auch so an. Der Film enthält aber auch einige sehr witzige Szenen, die das Absurde unsres Planet Plastic rüberbringen.
The Yes Men haben wieder eine Tageszeitung gefälscht, diesmal im Auftrag von Greenpeace. Nachdem Greenpeace bereits mit Mark Jenkins zusammengearbeitet hat, hat anscheinend auch diese Organisation den Charme der Subversion erkannt. Gummiboot-Aktivismus ade! Via: Mail
Brüssel/London (dpa) – Mit einer täuschend echt nachgemachten Ausgabe der in Paris erscheinenden Zeitung «International Herald Tribune» hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der EU vor einer Klimakatastrophe gewarnt. Das Blatt mit dem Erscheinungsdatum 19. Dezember 2009 berichtet über einen «historischen Deal zum Schutz des Klimas», auf den sich die Klimakonferenz in Kopenhagen geeinigt habe. Die Greenpeace-Ausgabe der englischsprachigen Zeitung wurde wenige Stunden vor Beginn des EU-Gipfels in der Umgebung des Tagungsortes verteilt. Bei dem Treffen in Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten auch über die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid beraten.
Natürlich, man darf gute Leute nicht belügen, aber die Betrüger zu betrügen, war schon immer eine List der Schwachen gegen die Starken und eines der schönsten Spiele überhaupt. Auch hat noch nicht jede unwahre Aussage die sittliche Qualität einer Lüge. Manchmal muß man mit der Täuschung der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen.
Mit schon 500 Euro bist Du Miteigentümer von 90 Stadtwerken mit 7,5 Millionen Kunden. Du kannst mitbestimmen, ob diese mit Atomstrom oder grünem Strom versorgt werden. Du kannst dafür sorgen, dass Millionenbeträge nicht länger in Konzernkassen versickern, sondern zurück in die Taschen der Bürger vor Ort fließen.
Täuschungen gehören zu den grundlegenden Erfahrungen des Menschen – ob im öffentlichen Leben, in Politik und Wirtschaft, oder im individuellen Bereich der Wahrnehmung und des zwischenmenschlichen Umgangs. [...] Auch erfährt die „Manipulation des Augenscheinlichen“ verschiedene Bewertungen; sie ist negativ konnotiert als Arglist, Betrug und Fälschung, unterliegt – als List oder Finte – aber auch einer positiven Einschätzung, etwa dann, wenn der Schwächere den Stärkeren trickreich zu täuschen vermag, wovon Märchen und Mythologie berichten. [...] Gemäß dem Platonischen Höhlengleichnis, das von den Schatten der Erscheinungen zu den Ideen gelangt, ist dabei manche (Ent-)Täuschung vorprogrammiert – nämlich in der Erkenntnis, was Täuschungen ausmacht und wie sie funktionieren.