Democracy in the Age of Branding

Democracy in the Age of Branding

When the U.S. launched its military campaign in Iraq in the name of democracy, it announced at the same time a ‘war of ideas,’ a marketing campaign to export American values worldwide. Democracy has become a global brand.

Eine Ausstellung der Parsons School of Design.

Hierzu gäbe es viel zu sagen, aber gerade keine Zeit für das wählen von Worten. Also gibt’s erst mal einfach den Link zur Site und einen Hinweis auf den Colbert Report, der das Thema auch schon mal angegangen ist.

Großes Kino / Große Marken

Brand Movie Posters

Mehr “Movie Posters with Brand Integration” auf a2591 .

Was treibt die Kunst (an)?

Schweinekunst

In ihrem ausgezeichneten Artikel “Kunst und Publicity – Das Diktat der Marken” bringt Brigite Werneburg in der TAZ auf den Punkt, was Kunst heute (an)treibt. Sie beschreibt, wie das Branding-Paradigma [1] sich auf “die Kunst” auswirkt und welche Interessen es nähren.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

So aufregend hat man sich das Crossover von Mode und Kunst immer vorgestellt. Störende Gegenentwürfe kommen dank der Marketinginstrumente der Corporate Culture erst gar nicht ins Spiel. Denn als Form einer weiterreichenden Markenbildung drängt sie die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Werk selbst erfolgreich in den Hintergrund.

Wie schon das deutsche “Gesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichnungen” weiß, kann “niemals ein Produkt die Marke selbst sein. Was also produktbedingt geformt ist, stellt gleichzeitig nicht die Marke des Produkts dar.” Ganz dieser Definition entsprechend wird denn auch anlässlich von Jeff Koons Versailles-Auftritt auf einer ganzen Zeitungsseite des Figaro wohl über die Gästeliste des Galadinners (u. a. die Schauspielerin Fanny Ardant, Schlankmacher Karl Lagerfeld, Albert von Monaco und Gloria, Fürstin Thurn und Taxis etc. etc.), nicht aber über die Ausstellung selbst debattiert. Sensationsheischend ist der Ton hier wie dort, wo die Kunstberichterstattung Damien Hirsts Sothebys Auktion verteidigt und feiert.

Tatsächlich steht die abenteuerliche Aktion mehr für die Marke Hirst als die sattsam bekannten Schmetterlingsbilder, Arzneimittelschränke oder in Formaldehyd eingelegten Tierkadaver seines Werks.

Dem Artikel ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen, ausser wie man nun als Mensch, für den Kunst an sich bedeutsam ist, damit umgehen kann. Ich bin für Ignorieren. Wenn das gelegentlich aufgrund der Omnipresenz des Spektakels nicht klappen sollte, dann dieses einfach nicht ernst nehmen, lächeln und weitergehen, – zur Kunst. Sich ausschließlich auf die Wahrnehmung der Kunst konzentrieren und dem Ganzen Drumherum keine Beachtung schenken. Jeder Versuch auf kreative Weise das Branding-Kunst-Phänomen zu dekonstruieren wird es noch mehr stärken. De-Branding kann hier nur in der persönlichen Wahrnehmung passieren, nicht als Aktionismus. Denn letzterer würde den Brands der Kunst nur noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen und/oder im Erfolgsfall sofort vereinnahmt werden und selbst zum nächsten Kunst-Brand werden (oder zum nächsten Mode-Brand oder beides ;-)

[1] Es scheint  in unserer globalen Konsumkultur ein Imperativ des Image herrschen. Arbeite an deinem Image und nehme Images wahr! Dieser Imperativ zieht sich durch alle Bereiche und Ebenen der Gesellschaft. Alle handeln danach: Individuen, Unternehmen, Nationen, … und eben auch Künstler.

Wenn nun “Image!” der Imperativ ist, dann ist Branding, also strategisches Image Management,  das Paradigma –  das Muster, das sich durch alles zieht.

The Day I Gave Away My Fears

tdigamfmarkusvater(work by Markus Vater)

THE FREE ART FAIR 2008 (London – October 13 – 19, 2008)

the art fair where all the work is given away at the end

“Instead of art going to the highest bidder or those who can afford it, someone who really loves an artwork will be able to have it for free at the end of the fair… pieces by artists from the Saatchi Collection, Tate, galleries like White Cube and Haunch of Vension, as well as by emerging international artists.

“I thought we should do something different from what everyone else is doing at this time of year and non-commerical, and something that excites people and values art not selling…” (Jasper Joffe, founder of The Free Art Fair)

The first FREE ART FAIR 2007 was terrific and provoked heated debate about the value of contemporary art. The Daily Telegraph described it as the “most radical departure from art fair commercialism“.  Press coverage in national and international media culminated in a live broadcast of the final give away on BBC News 24. People camped out overnight to secure the piece they wanted and by morning, the queue snaked through Marylebone Street with over 700 members of the public registering interest.”

Was für ein Spektakel (Kunst, Medien, Gesellschaft)… und doch geht’s wieder um Haben-Wollen, Konsum, Kommerz und Aufmerksamkeit.

IF

Fotos halten die Wirklichkeit fest und dienen der (persönlichen) Erinnerung? Ahwah!

Blitzartig und subtil hackt sich Julius von Bismarcks Image Fulgurator (Goldene Nica auf der Ars Electronica 2008/”Interactive Art”) in die Aufnahme, manipuliert und branded Foto, Motiv oder festgehaltenes Ereignis mit Symbolen und Sätzen, etc., die einen an der eigenen Wahrnehmung der Realität zweifeln lassen, aber auch (und vor allem) zum Nachdenken bringen sollen.

Der Image Fulgurator ist ein Apparat zur minimal-invasiven Manipulation von Fotografien mit einer simplen Funktionsweise: Ein Sensor registriert, wenn ein Blitzlicht ausgelöst wird und projiziert dann für den Bruchteil einer Sekunde ein beliebiges Bild auf das Fotomotiv. Der Image Fulgurator besteht aus einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera und einem Blitzgerät (eine digitale Variante des Bildstörers ist in Arbeit). Das zu projizierende Motiv befindet sich auf einem entwickelten Diafilm in der Kamera. Als “Projektionslampe” wird ein Blitzgerät verwendet, das hinter der Kamera montiert ist.

In einem Video auf Bismarcks Website ist die Funktionsweise des Fulgurators in der Praxis zu sehen. Am Checkpoint Charlie in Berlin wird die Apparatur eingesetzt, um auf das berühmte Schild “You are entering the American Sector” den Satz “Hundreds of people died last year by trying this at the US-Mexico border” zu projizieren – ganz zur Verunsicherung zahlreicher Touristen, die das geschichtsträchtige Schild (mit Blitz) fotografiert haben und danach ungläubig auf ihre Kameradisplays starren.

Zur Beruhigung: Julius von Bismarck, der an der Berliner Universität der Künste studiert, hat seine Erfindung bereits als Patent eingereicht hat, um zu verhindern, dass Unternehmen den Fulgurator für Werbezwecke einsetzen, siehe John Carpenters Film “They Live” (->Post von Fabio hier weiter unten).

Eine gruselige Vorstellung, plötzlich und ungewollt meine Fotos mit Werbung und Logos von Markenfirmen gebranded zu sehen. Und noch schlimmer, selbst beim Fotografieren nicht mehr davor sicher zu sein…

Verkehrte Welt 1: Vollgas Öko

green prosche

Schnelle Autos gehören zu unserem Life-Style. Wir können weiter voll Gas geben und ungebremst konsumieren. Wir müssen auf nichts verzichten und nichts verändern – schon gar nicht unsere coolen Images. Doch! Wir verleihen ihnen einen grünen Anstrich. Und alles ist gut!

“Verzichtet auf nichts und tut damit Gutes!” lautet der Tenor, in den Unternehmen einstimmen, um mit ihrem ökologischen Image ihre Produkte aufzupolieren und dem ungebremsten Kosumenten ein gutes Gewissen mitverkaufen. Was auf der Image-Ebene funktionieren mag, funktioniert allerdings meist nicht im Sinne echter Ökologie. Dies belegt der Artikel “Klein, aber oho (4): X-Leasing München” des greenpeace Lügendetektors.

eliasson ice BMW

Besonders schlau baut BMW sein Image als verantwortungsvolles und ökologisches Unternehmen auf. Mit dem „Your mobile expectations: BMW H2R Project” hilft ihnen Olafur Eliasson ihre Botschaft glaubwürdig zu kommunizieren – und verleiht obendrein dem BMW-Fahren und damit dem Fette-Autos-Fahren im Allgmeinen einen kulturellen Anstrich. Die Kunstwelt spielt bereitwillig mit. In der gesamten Presse finden sich fast ausschließlich Artikel, die Variationen oder Kopien der Pressemeldung von BMW sind. Denn wer wird schon Olafur Eliasson kritisieren. Er ist bereits eine unantastbare Icone (die würde ich mir auch kaufen, wenn ich BMW wäre).

Eliasson Your mobile Expectations

Guerilla Marketing auf ebay

Das System ganz verblüffend einfach nutzend, ist einer Kunststudentin eine wirklich gute guerilla marketing aktion auf ebay gelungen, die “Konsumverhalten hinterfragt, Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sichtbar macht”, ebay aushebelt und für einiges Aufsehen (neon und saatchi), Auf- und Anregung gesorgt hat: fragen.

ebay (noch) vollkommen machtlos, weil alles ganz “ordnungsgemäss”, der potentielle Käufer ratlos, aufgebracht bis begeistert (ich frage mich ja nur, wie die eigentlich auf die Seite mit z. B. dem Pelzmantel kommen?) oder vollkommen abgestumpft.

Als ganz reguläres ebay- Mitglied angemeldet, wurden real existierende Markenartikel (Nike Turnschuhe, Pelzmäntel, Parfum, Handys etc.) wie üblich für die Auktion eingestellt und im ersten Abschnitt kurz beschrieben (“Sexy Adidas Bikini!”, “Wunderschöner Pelzmantel”, …) persi.

Dann aber folgten ausführliche Hintergründe zu Produktionsverhältnissen (Sweatboxes, Kinderarbeit, Tierversuche, Zucht- und Gerbmethoden) in Texten und zahlreichen, mehr als anschaulichen, abschreckenden Bildern mit den korrekten Quellenangaben.

Auch wurden verschiedene Kaufalternativen und die ausdrückliche Erklärung abgebeben, die Angebote seien “keine Fakes”, alle Objekte werden wirklich zum Kauf angeboten”. persi2

Die Entscheidung lag nun beim mündigen, informiertem Käufer mit dem traurigen Resultat: ein Pelzmantel ging für 120 Euro weg, Parfum für um die 10 Euro, die restlichen Artkel ebenfalls…!!!???

stumpfi

Mehr über die aktion unter powerseller08

Spektakel nach dem Tod

Nachtrag zu “Unwirklichkeiten 1: Tod“:

Was spricht aus dem medialen Erfolg des Projektes “The Great Pyramid“?

1. Es gibt einen Bedarf an alternativen Formen von Grabstätten. Die bestehenden Angebote der Kirchen und Städte erfüllen nicht die Bedürfnisse und Sehnsüchte vieler Menschen.

2. Tod und Trauer dürfen thematisiert werden. Die Inszenierung muss nur spektakulär genug sein und gleichzeitig Distanz schaffen. Die Medien sind offensichtlich voll von Tod und Leiden. Niemand stört sich daran, denn es ist ja alles weit weg. Man muss und kann nicht selbst eingreifen. Es berührt wortwörtlich niemanden. Ähnlich funktioniert The Great Pyramid. In ihr werden all die Toten weit weg geschafft. Dennoch sind sie gut sichtbar repräsentiert, denn die Pyramide ist in ihrer Monumentalität sensationell und kommt somit in “den Medien” optimal rüber.

Das Projekt steht also nicht etwa für einen neuen – wieder offeneren – Umgang mit Tod und Trauer. Vielmehr fügen sich damit diese Themen in die Logik des Spektakels ein. Tod und Trauer werden in der unmittelbaren Umgebung und direkten Auseinandersetzung weiterhin gemieden werden. Sie würden mit dem Weltzentralfriedhof endgültig ausserhalb des Alltäglichen gerückt werden. Und zum Ausgleich besuchen wir dann den “Themepark” des Todes, was dann sicher ein “ganz tolles Erlebnis” gewesen sein wird.

Unwirklichkeiten 1: Tod

Tod und Trauer sind bekanntlich Themen, die in unserer Gesellschaft wenig populär sind. Ewige Jugend hingegen scheint zwingend, alles Andere wäre eine Belastung, mit der sich niemand auseinandersetzen möchte. Performance und Fun bis zum Ende. Und selbst dieses wird jetzt weniger bitter: denn danach geht’s weiter! Das Ego darf sich auch über den Tod hinaus nähren – bis in alle Ewigkeit – als Teil der “Great Pyramid“.

 The Great Pyramid Online

Die eigene körperliche Existenz zu überdauern konnten die ägyptischen Pyramiden nur wenigen versprechen. Nun steht dieser Weg allen Menschen offen. Statt unseren Körper verscharren oder seine Asche ausstreuen zu lassen, können wir als kleiner Stein der Pyramide Teil des sich stetig wandelnden und wachsenden Gemäldes unserer Spezies bleiben.Deutschland, das seinen Weg in die neue globale Welt nur schwerfällig findet, hat mit der Großen Pyramide wieder ein Projekt, das dauerhaft führend bleiben wird.

Ich dachte zunächst das Ganze sei ein Fake, ähnlich, wie die Inszenierung “Misson Eternity – crossing the deadline” von Uebermorgen.com, deren “Vision” hier als Video kommuniziert wird – “The Matrix” für Tote, die ewig leben wollen.

Misson Eternity

Doch The Great Pyramid ist “echt”, oder besser soll ein echtes Bauwerk werden.

A Tomb for All People

Dieser Entwurf ist von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, mit ihm wird ein Schlussstrich unter die Jugendkultur gezogen. Welch ein Auftrag für ein deutsches Büro! Hier haben Architekten die Chance, ein „Las Vegas des Todes“ zu errichten, ohne sich mit Diktatoren und Frauenfeinden verbandeln zu müssen, lediglich mit einem 38-jährigen Jungen aus Bielefeld.

aus der Zeitschrift Bauwelt(Ausgabe 14 | 2008 PDF download)

Auf der Architektur-Site eikongraphia.com sind die Ergebnisse des Architekturwettbewerbes zu bewundern. Den Architekten WeiWei & Fake Design (sind die mit Ubermorgen verwandt?) scheint die Absurdität des Unternehmens nicht entgangen zu sein, wie ihre Illustrationen belegen:

Celebrate death as part of life

Doch dem Rest scheint’s ernst, oder?

Diagramm Pyramide

“Jeder soll mitmachen dürfen bei der künftigen Weihestätte der Egalität.” Frankfurter Rundschau (PDF Download)

Oder ist die Great Pyramid doch auch eine Projekt von Uebermorgen, nur eben noch viel besser als Mission Eternity, weil glaubwürdiger inszeniert, viel diskutiert und auch ernsthaft umstritten, wie auch an den vielen Reaktionen in der Presse zu sehen ist?

De-Branding @ Bozen

Brandzeichen lassen sich nicht ausradieren. Man kann sie aber überlagern, sie verfremden oder ihnen andere Zeichen entgegen setzen. Man kann sich ihres Codes für eigene Zwecke bemächtigen. Man kann sie überhaupt erst als Brandzeichen entlarven und ihr Verhältnis zwischen Kreatur (Rindvieh / Konsument), Kreateur (Cowboy / Designer) und kreatowner (Landbesitzer / Auftraggeber) erkennbar machen. De-Branding will diesen Kreislauf stören und damit bei allen Beteiligten neue kreative Prozesse hin zu einer neuen ‘Brand-Mündigkeit’ (oder ‘Brand-Müdigkeit’?) anstoßen.

de-branding kreislauf

Im Anschluss an den Vortrag wird der Filme „Culture Jamming – Media Actionism in the 21st Century“ von David Schwertgen gezeigt. Außerdem wird es Ausschnitte aus den Filmen „Nikeground – Rethinking Space“ von 01.org und dem institute for new culture technologies/t0 und „The Yes Men“ zu sehen geben.

Für mein Buch De-Branding suche ich Fotos. Welche und wozu versuche ich im folgenden kurz zu skizzieren. Doch zunächst ein paar Worte zu De-Branding, Branding und dem Buch.

De-Branding

“Images” sind kollektive Vorstellungen zu Produkten, Unternehmen, Ländern, Persönlichkeiten und allem Möglichen. Branding ist der Versuch diese Vorstellungen strategisch zu erzeugen und zu verändern. Allerlei Mittel dienen diesem Zweck – offensichtliche, wie Werbung und Sponsoring, sowie verborgene, wie “Product Placement” und “Advertorials”. Alles wird ‘gebrandet’: die Persönlichkeit, das Produkt, das Unternehmen und die Nation. Strategisches “Image Management” ist ein Paradigma. Omnipräsent und selbstverständlich.

De-Branding möchte dies bewusst machen – in Kritik und kreativer Praxis.

Das Buch

Mit dem Buch versuche ich das Thema De-Branding anschaulich und weitgreifend zu umreissen. Die Rolle von “Branding heute” wird analysiert. Kritische, subversive und kreative Auseinandersetzungen werden dargestellt. Aus Kritik werden Handlungsmöglichkeiten. Möglichkeiten des De-Branding werden anhand unterschiedlichster Arbeiten vorgestellt (von kleinen persönlichen Experimenten bis zu groß angelegten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen).

Das Zusammenwirken von Text, Typografie, Diagrammen und Fotografie soll die vielschichtigen Aspekte deutlich machen und Einstiegspunkte in das komplexe Thema bieten.

Fotografische Beobachtungen: Lebenswelten von Marken

Branding durchdringt alle Bereiche des Lebens. Menschen interagieren mit Marken. Menschen kommunizieren Mittels der Verwendung von Marken (bewusst und vor allem unbewusst). Die Phänomenologie dieses Spiels ist vielfältig. Es findet überall statt: im Badezimmer, in den Medien, in sozialen Netzwerken jeder Art, in der Schule, im Nachtleben, in Subkulturen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Sport, in der Kunst und überall, wo moderne Menschen interagieren.

Branding ist derart omnipräsent, daß es als selbstverständlicher Teil der Welt und des Lebens wahrgenommen wird. Es ist normal. Real. Fotografie kann dies bewusst machen. Abgelichtet werden Marken-Phänomene im Alltag. Sie werden neu erkennbar.

Jeder Fotograf sucht sich seinen Blickwinkel und seinen Bereich der Beobachtung. Parameter: wenig Inszenierung, viel Authentizität. Die Wahl des Blickes, der Zeit und des Kontextes sind die Inszenierung. Die Bilder sollen einen klaren lebensweltlichen Bezug haben – Marken im echten Leben. Gerade durch diese Erdung im Alltag werden Zusammenhänge zwischen Identitäten von Marken und Menschen deutlich, werden Übereinstimmungen und Widersprüche sichtbar.

Die fotografischen Beiträge

Eigenständige fotografische Arbeiten sollen ein Gegengewicht zu den teilweise abstrakt wirkenden Diskursen sein. Sie bilden den Rückbezug zur Wirklichkeit, wie wir sie kennen und gleichzeitig bieten sie für die Leser/Betrachter eine Gelegenheit diese zu reflektieren.

Wie viele Bilder jeder Fotograf beiträgt ist nicht definiert. Ein gutes Bild ist ebenso willkommen, wie eine umfangreiche Fotostrecke.

Interesse und Fragen

kris@de-brand.net

Digitales Soma

Technology can be used to combat this dangerous new environment [natural disasters etc.] – but also to escape from it. We already use mobile devices to provide on-demand escapism, channeling movies, music, and other distractions.

In diesem Sinne präsentiert die Design-Firma frog das Konzept “A Digital Escape” – die high-tec-Version der sprichwörtlichen rosa Brille – macht sogar postapokalyptische Zustände ganz wunderbar (zumindest optisch und olfaktorisch) – wobei heute eigentlich von einer grünen Brille gesprochen werden müsste.

Die ernsthafte Art mit der die ernsthafte Design-Firma frog das Konzept präsentiert macht es spannend und mehrdeutig. frog ist bekannt dafür Design in großen Zusammenhängen zu denken. Sie sind allerdings bisher nicht dadurch aufgefallen besonders gesellschaftskritisch zu sein. Digital Escape verstehe ich dennoch als bitter-witzige Kritik – eine Übertreibung und ein krasses Zukunftsszenario, das die Augen öffnen soll für die Gegenwart. Zukunftsszenario als “soweit kann’s kommen”-Warnung und Übertreibung dessen was ohnehin stattfindet: Flucht in künstliche Welten. Welten die strategisch konstruiert werden, um von den dahinter liegenden Problemen abzulenken.

Dabei scheint frog im Großen und Ganzen durchaus an eine schöne neue Welt zu glauben, wie sich an ihrem Magazin Design Mind sehen lässt. Aber Widersprüche seien erlaubt! Wir leben alle mitten drin.

Was man mit Brillen so alles machen kann … darauf aufmerksam machen, daß die Welt schöngefärbt wird und dies immer toller wird … oder, daß man die unbewussten Botschaften einer schöngefärbten Welt entschlüsseln kann.

Was ziehst du an?Aus “Branding von Hochschulen” von Carsten Müller:

Was vor wenigen Jahren bei Naomi Klein in ihrem zum modernen Klassiker der globalisierungskritischen Bewegung gewordenen Buch „No Logo!“ noch wie Ge-schichten aus dem fernen Amerika klang, wird zunehmend Realität – auch an Hochschulen in Deutschland: „Das Branding des Lernens“.

Werbeslogan des „Campus Contest 2008“ ausgerichtet vom Modelabel s.Oliver: „Macht Eure Hochschule zur Arena of Sound“. Der Text wirbt mit den Aussagen: „Planen statt pauken, konzipieren statt repetieren, selber machen statt zuhören“.

Revolutionen: Die Selbstbemächtigung der 68er wird verdreht zur Aufforderung an einer Kampagne aktiv teilzunehmen – selbst eine Rolle zu spielen. Das klingt nach Befreiung, Selbstbestimmtheit und Eigeninitiative – alles alte 68er-Werte. Nur das heute die Rollen und die Eigeninitiative von Marketing-Kreativen vordefiniert werden. Die Freiheit besteht nun darin mitzuspielen oder eben nicht. Zwang gibt es keinen. Nur Täuschung. Diese Instant-Versionen von Freiheit & Co sind reine Suggestion und haben mit echter Selbstbestimmung nichts zu tun. Sie machen das Leben aber einfacher – bieten Orientierung und geben Anleitung – so geht das – selbst nachdenken und kreieren scheint auch viel zu schwierig in Anbetracht solch wunderbar vorverdauter Image- und Erlebnisangebote. Und wieso auch nicht? Party macht doch Spaß! Egal wer die Zeche zahlt.

Deichclash

Carsten Müller analysiert die markentechnische Eroberung des wilden Studentenlebens anhand seiner Erfahrungen mit der Kampagne „Campus Contest 2008“ vom Modelabel QS der Firma S.Oliver (Bernd Freier GmbH & Co. KG) . Sehr lesenswert >> zum Artikel auf den nachdenkseiten.

de-branding 68

Gestern sprach ich (geboren 1968) auf dem Symposium 1968 heute. Die anderen Vortragenden waren intellektuelle Alt-68er [1], die sich damals theoretisch kritisch mit “den Verhältnissen” auseinandersetzten und auch praktisch versuchten dies mehr oder weniger radikal zu leben. Heute haben sie sich im Kultur- und Bildungsbetrieb etabliert.

Die Ganze Veranstaltung und Diskussion war für mich zunächst ein unheimlich desillusionierendes und frustrierendes Erlebnis.

Da das Thema 1968 heute lautete, hatte ich erwartet, daß auch über das Heute gesprochen werden würde. Anstatt dessen wurden Situation(en) und Gemütslagen von damals geschildert und immer wieder darauf hingewiesen, dass man diese differenziert betrachten müsse. Different waren dann die persönlichen Erlebnisse und Anekdoten tatsächlich, die den Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit einnahmen. Die Geschichten waren allesamt interessant – so interessant wie Opas Geschichten vom Krieg. Doch diese höre ich mir lieber bei ‘nem Glas Wein an und nicht auf einem vermeintlich spannenden Symposium.

Wieso könnte ein Symposium zu 68 heute überhaupt spannend sein?

Weil

a) das, was unter dem Label 68 subsumiert wird, zu kulturellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen geführt hat, die unsere Welt von heute prägen (wenn auch gänzlich anders, als die 68er sich das erhofft hatten)

b) seit 68 Kritik und Protest kaum mehr derart erfrischend formuliert und gelebt wurden, und die Verhältnisse in 2008 mindestens eben so viel davon vertragen könnten – nur eben anders. Denn einerseits sind die Verhältnisse heute Andere und anderseits haben mitunter die Utopien und das Engagement der 68er in das heutige Schlamassel geführt. Es geht nicht darum, ob und wie die 68er trotz bester Absichten am Heute Schuld sind, sondern was wir heute machen können, um aus dem Schlamassel rauszukommen.

c) es viel versprechend sein könnte die Kritik- und Utopie-Kompetenz von damals in das Heute zu transformieren – mit der Welt von heute zu konfrontieren – und daraus aktuelle Perspektiven der Kritik sowie Praktiken des Widerstandes und des Lebens zu entwickeln. Selbstverständlich nicht als eine Neuauflage von 68, sondern mit einem kritischen Blick auf das, was damals versucht, erreicht und eben auch nicht erreicht wurde.

Wahrscheinlich war es vollkommen naiv von mir irgendetwas dieser Art zu erwarten.

Dennoch hatte ich von Diskussionen vor Ort (auf dem Symposium und danach im Restaurant) mehr erwartet, als das, was mir die omnipräsenten 68er auf allen Kanälen vermitteln – nämlich wenig für heute Relevantes. An Stelle dessen: viele Anekdoten, mehr oder weniger intelligente Analysen von damals und davor (historisch) sowie wunderbar exotisch-unterhaltsame Dokumente einer vergangenen Zeit.

Wir müssen das jetzt wohl alleine machen [2].

Rat und Tat sind von den 68ern nicht zu erwarten – ausser frustriertes Gemoser über die jungen Leute, die nicht mehr zur Kritik fähig sind und überhaupt (darauf verzichte ich gern).

Da ist mir ja selbst die schamlose Instrumentalisierung von 68er-Images und -Styles lieber: Wildes Leben, Flower Power, Selbstverwirklichung, Freie Liebe, Protest und Revolution als sinnentleerte aber immer faszinierende Attitüden, die zur Image-Kontruktion von Brands verwendet werden. Diese Sachen machen irgendwie Spaß und gleichzeitig klar: diese Attitüden kann man für ernsthafte Anliegen (echten Protest, echte Kritik, echte Veränderung oder gar Revolution) nicht mehr verwenden. Lasst uns Spaß haben an dem Käse und ihn darüber hinaus nicht ernst nehmen. De-Branding möchte diese Haltung vermitteln – auf eine spaßige oder besser gesagt anschlussfähige Art und Weise. De-Branding möchte eine Brand-Mündigkeit. Deren (utopisches) Ziel ist die persönliche Identität frei von den strategischen Image-Anboten konstruieren zu können. Es geht aber nicht nur um den skeptischen Blick auf jedwede strategische Image-Konstruktion (=Branding). Es geht auch um den Blick dahinter. Um die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zusammenhänge, in denen unser Konsumleben und das Treiben von Unternehmen und Politik stattfindet. Es geht darum dahinter die Mechanismen von Ausbeutung zu erkennen und Möglichkeiten zu finden dagegen zu handeln.

Da diese Begegnung der dritten Art vorerst zu der gerade skizzierten Auseinandersetzung geführt hat, war sie doch nicht vergeblich, sondern eigentlich recht inspirierend. Ich hoffe dies geht auch den anderen Beteiligten so (denen, die dabei waren und allen Anderen) und würde mich freuen weiter zu streiten ;-) Nutzt die Kommentar-Funktion !-)

°

Und da Bildchen immer gut kommen, hier noch ein bisschen Material aus meinem Vortrag (der ganz in 68er-Manier recht collage-artig war, was zugegebenermaßen an der zu knappen Vorbereitungszeit lag).

°

°

UschiChanel

Vorder- und Rückseite des SZ-Magazins zum Thema 1968 (Heft #08 22.02.2008)

°

DieselAction!

“Diesel Action!” Kampagne von Diesel, 2003

°

Che Fussmatte gefunden und besprochen von Johann Grenzfurthner

°

www.revolution.com

www.revolution.com

°

°

[1] mit Ausnahme von Dr. Klaus Klemp, der 1968 erst 14 war. Er hat ohne viele Anekdoten und ohne Pathos phantastische Plakate aus der Zeit gezeigt und besprochen.

[2] Prof. Dr. Klaus Kreimeier hat dies als Resümee offen zugegeben. Ebenso sind Dr. Cora Stephan und auch Prof. Dr. Karin Wilhelm einigermaßen unverklärt mit ihrer 68er-Vergangenheit umgegangen. Beide haben ihr 68 kritisch reflektiert, können daraus aber keine Perspektiven für 2008 entwickeln und gestehen dies auch offen ein (wenigstens ehrlich).

Die Images von 1968

oder

Achtundsechzig als Marke

als Vortrag auf dem Symposium 68 heute an der FH-Würzburg.

“Das wilde Leben”, “Revolution” und “Freiheit” und die dazu gehörigen Bilder sind Images und Attitüden geworden, die für so ziemlich für alles verwendet werden, nur nicht im Sinne ihre eigentlichen Sinnes.

De-Branding spricht

auf dem Basics-Festival in Salzburg. Thema des Jahres: Guerilla. Zum Vortrag:

de-branding kreislauf

De-Branding – Kreislauf der Wandlungen von Images

Brandzeichen lassen sich nicht ausradieren. Man kann sie aber überlagern, sie verfremden oder ihnen andere Zeichen entgegen setzen. Man kann sich ihres Codes für eigene Zwecke bemächtigen. Man kann sie überhaupt erst als Brandzeichen entlarven und ihr Verhältnis zwischen KreatUR (dem Rindvieh), KreatEUR (dem Designer) und kreatOYER* (Ben Cartwright) erkennbar machen. De-Branding will diesen Kreislauf stören und damit bei allen Beteiligten neue kreative Prozesse hin zu einer neuen “Brand-Mündigkeit” (oder Brand-Müdigkeit?) anstoßen…

Zuvor spricht Marcus S. Kleiner über “Kommunikationsguerilla. Semiotischer Widerstand und kommunikative Militanz

Ausweitung der Markenzone

infringement series: microsoft

Aus den Infringement Series von Perry Hobermann.

Mehr zum Thema Inbesitznahme der Sprache mit den Mitteln des Markenrechts im Artikel Ich© liebe Dich® von Jörg Auf dem Hövel auf telepolis.de

Gesundheitsvorsorge 2.0

Das US-Unternehmen Medical Adoptions bietet einen wunderbaren Service. Adoptiere ein armes Kind und reserviere Dir damit die Option auf ein vollkompatibles und gesundes Organ – ganz nach Bedarf. Motto: Tue gutes und hilf Dir selbst.

Die Testimonials sprechen dafür:

“Even though I’m in good health, I have a number of health risks and can’t face the risks of long donor lists. My young son from Uzbekistan is smart, ambitious, loving, and young enough that I’m sure to be safe until he turns 18 in 2022.”

Micah J. – Medina, Washington

Das Ganze wirkt erschreckend real. Muss aber ein Hoax sein, oder? Wer dahinter steckt, weiss ich nicht und habe im Augenblick auch keine Zeit für tiefere Recherchen. Sieht sehr nach Yes Men aus. In einem Forum wird gemutmaßt, was das sein soll und man kann auch sehen, daß die Strategie “Aufmerksamkeit durch Fake und Provokation” aufgeht. Aber vielleicht ist die Realität mal wieder krasser als jeder Fake – – – wer weiss mehr?

In bessagtem Forum behauptet ein gewisser “Anonymous Coward” er wär’s gewesen und weisst gleich auf ein paar weiter ambivalente Site hin:

www.15yroldvirgin.com

www.puppyprofits.com

hmmmm?

(@ Klaus: danke für den verwirrenden Link ;)

ONE PAGE MAGAZINE

Vom Konzept her nicht ganz neu (siehe City Wipeout), aber diessmal aufs Medium Magazin appliziert, One Page Magazine ist ein Projekt von Joseph Ernst, der Gewinner des aktuellen Sticker Awards.

voguemag37.jpg

The Decapitator

via 81M80

In London in letzter Zeit taetig, brutales Adbusting. Mir wird schlecht :S

via: ekosystem

“When better than Christmas to make a point about hyper-consumerism?”

The US-Artsist Packard Jenkins designed an Anarchist Action Figure and

placed it in different Wal-Mart Stores in San Francisco.

doll1.jpg

doll61.jpg

doll7.jpg

doll8.jpg

doll9.jpg

Mehr Liquidated Logos

via: ekosystem

zevs_losangeles_2.jpg

zevs_losangeles.jpg

Bozen de-branding 2

Sobald hier eine neue Kampagne plakatiert wird, zieht der misterioese De-brander mit schwarzer Spuehdose durch die ganze Stadt. Die Aktionen haben offenbar einen religoesen Hintergrund und diesmal konnte ich zum ersten Mal eine seiner Botschaften entdecken. Spannend! Und, ich finde, sehr aesthetisch.

bozen1.jpg

bozen2.jpg

bozen3.jpg

via: rebel:art / Jason Salavon

Field Guide to Style & Color 2007

374 page book

This piece is a fullsize reproduction of the entire 2007 IKEA catalogue, leaving only color and structure.

With an estimated 175 million copies distributed in 2006, the IKEA catalogue is thought to have surpassed the Bible as the most published print-work in the world. This group of three projects (374 Farben, Field Guide to Style & Color, and Catalogue) transforms that ubiquity of design into varied pure color arrangements.

ZEVS – Liquidated Logos

via yatzer

liquidatedmcdonalds.jpg

zev3.jpg

zev2.gif

Zevs’s work primarily plays with and explores visual effects. Re-painting the logos in their own colours, the artist pours paint over them, liquidating one logo after another. Through the parallel lines of the drips, the logos dissolve in front of the viewers eyes, drawing attention to, and visually disturbing the recognizable and omnipresent trademark as illustrated above. By doing so, Zevs investigates the logo’s visual power.

Laura Keeble, via who killed bambi?

graveyard2.jpg

graveyard1.jpg

Free Magenta

Free Magenta

Die Deutsche Telekom hat beim Europäisches Patent- und Markenbüro die Farbe Magenta registrieren lassen. Nun möchte die Telekom in den Niederlanden durchsetzen, das ausschließlich sie diese wunderbare Farbe auf Briefpapier, in Kompagnien und dergleichen verwenden darf. Doch der Niederländer leistet Widerstand !-) Und zwar nicht nur auf juristische Art und Weise, sondern auch noch mit Witz und Grafik! Sehr schön. Es lebe das Land der Grafik! Hier gucken und versuchen Holländisch zu verstehen.

Nachtrag (4.4.2008):

Blogger rebellieren gegen Magenta-Monopol der Telekom” auf spiegel online.

Deutsche Telekom / T-Mobile demands Engadget Mobile discontinue using the color magenta” auf engadget.com

(@ Klaus: Danke für die Links)

WORST EU LOBBYING AWARDS 2007

Bis zum 27. November kann man abstimmen!

Via nymag

grobachev.jpg

30_vuitton_lg.jpg

10/31/07

Perhaps you’ve seen a memorable Louis Vuitton ad in the back of New York and other magazines: a pensive Mikhail Gorbachev being driven in a limo past the remains of the Berlin Wall, his only companion a trusty piece of LV luggage with some reading material sticking out. Well, we just now happened to take a closer look at that material, and Ho … lee … crap. It’s a Russian book or magazine, strategically posed so that the title is upside-down but readable: “Litvinenko’s Murder — They Wanted to Give Up a Suspect for $7,000.” Litvinenko, of course, is the Russian ex-spy whose death — by polonium-laced sushi — has been widely attributed to Putin’s goons. We have no idea what the business with the $7,000 is (maybe it’s the price of the bag?), and nor do we want to know! The very fact of Litvinenko’s name in the middle of the meticulously composed Annie Leibovitz shot is enough of a jaw-dropper. Is Gorby sending the world secret messages through luggage ads? —Michael Idov

Learn the basics

von atypic das produkt “branded”

branded1.jpg

QUICK LOBOTOMY

via wooster

QR-Code-Werbung

Nach dem Post How to look at billboards

A la “Delete”… Wollte nur ausprobieren, wie eine maschinenlesbare Stadt aussehen koennte… Die Werbetafeln komplett wegzumachen (wie in Sao Paulo) waer natuerlich das beste; den QR-Kompromiss faende ich aber auch nicht schlecht. Werbung nur fuer die, die Werbung sehen wollen. Aesthetisches Pixel-Overkill fuer alle anderen.

qr-new-york-quadrato

via: ekosystem / Urban art workshop (Madrid)

An intervention that graphically materializes an utopian power to react against visual assault in the urban environment. The artist ironically transfers to a street level the symbol that, in a virtual context, confers the spectator the capacity to make a visual attack disappear. A subtle wink to the fellow victim.

closewindow-2.jpg

closewindow-4.jpg

closewindow-6.jpg

De-branding Zentrale

de-brand-zentrale.jpg

Soweit ich mich erinnern kann war es am letzten Wochenende, dass ich am European Headquarter der De-Branding Bewegung (genannt auch de-brand-zentrale) vorbei kam. Da gerade Betriebsferien sind und nur mit halber Kraft gearbeitet wird, musste ich die herunter gelassenen Jalousien unbedingt fotografieren.

Holz ist…

dsc00061

Holz ist…

… konsequentes De-Branding in Bild und Form / Fundstelle nähe der Kölner Messe /

Opfer ist eine aktuelle unbekannte ; ) Großformat Kampagne / biologisch abbaubar*

Cunilingus in Nord Corea

Heavy Industries unglaublich einfache, perfekte, unterhaltsame und geistreiche Typofilme. Nicht neu, aber soeben von mir wieder neu entdeckt (danke für den Link Michi).

Y0UNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES. Reine Feude !-)

1 Wort sagt mehr als tausend Bilder – – – und 1000 Worte noch mehr.*

Vor allem lassen die Worte Raum für den Film im Kopf. Der ist zwar nicht immer besser, als Holywood, aber er ist meiner. Diese Freiheit nehm’ ich mir.

* Ausserdem verwendet Chang fantastische Musik und synkronisiert seine Filme bestens (so gut das halt in Flash geht).

ist das Essay von Howard Gossage betitelt, in dem er auf pointierte Art und Weise gegen Außenwerbung argumentiert. Dabei war Gossage keineswegs gegen Werbung im Allgemeinen. Im Gegenteil, er war selbst Werber. Doch Außenwerbung ist seiner Meinung nach visuelle Umweltverschmutzung, da es unmöglich ist ihr auszuweichen. Im TV kann ich zappen oder ausschalten. In einer Zeitung weiterblätter oder sie erst gar nicht kaufen. Außerdem, so argumentiert er, hätte Außenwerbung kein Medium, das von der Außenwerbung profitiert, oder, das gar nur durch diese Form der Werbung zu Stande käme. Während Zeitungen und Fernsehen ohne Werbung gar nicht existieren würden (zumindest nicht im gegenwärtigen System und in ihrer aktuellen Ausgestaltung). Dadurch erzeugt Werbung einen Mehrwert. Wie gesagt, Goosage ist nicht gegen Werbung und sicherlich auch kein Antikapitalist.

Aussenwerbung Sema 2

Also weg mit der Außenwerbung oder es so wie die Japaner machen: Plakate bestehen hauptsächlich aus einem gigantischen Sematag oder genauer gesagt QR-Codes bestehen. Erst wenn ich meine Handy-Kamera darauf richte erhalte ich die Botschaft bzw. den Link. Natürlich sind nur einige wenige Plakate dort so, aber nehmen wir mal an alle Plakate dürften gar nicht anders sein. Würde zwar absurd aussehen, wenn die Stadt zur Sematag-Landschaft würde, aber die Freiheit der Wahl wäre zumindest wieder einigermaßen hergestellt. Und wir hätten eine maschinenlesbare Stadt anstatt eine lesbare Maschinenstadt. Meine Maschine könnte das alles schön lesen und nach meinen Präferenzen filtern. Also ich ginge mit meinem always-on-rundum-Sematag-Scanner auf der Mütze durch die Stadt und ab und an macht mich mein iPone darauf aufmerksam, daß es da etwas nach meinem Geschmack gibt. Cool. Doch eigentlich hätte ich’s lieber gleich, wie in Sao Paolo und könnte selbst mit offenen Augen durch die Stadt gehen ohne den Codes des Konsums permanent ausgesetzt zu sein.

Mein Dank gilt Fabio, der mich durch seinen Kommentar zum Sao-Paolo-Posting auf Gossage gebracht hat und mir außerdem Fotos von den japanischen Sematag-Plakaten geschickt hat. Grazie Fabio!

Allergie

a) „For Sports-inspired Lifestyles“ + american 3d-grunge-Typo + athletische Frau ?

b) „Panem“ in pseudo-handwerklich-antiker Typo auf Klebefolienladenbeschriftung ?

c) Zeitgeist-Interior-Design-Junk-Food + fotogene Hamburger + “i am lovin’ it” ?

a = Der Claim der ISPO auf einem der vielen Großplakate im Hauptbahnhof

b = Brötchenladen im U-Bahn-Sperrgeschoss

c = McDonalds neu verpackt im U-Bahn-Sperrgeschoss

Das alles und noch viel mehr auf dem kurzen Weg vom Zug zur U-Bahn. Ich möchte kotzen und schreien: Bullshit! Wer hat das erlaubt?

Ich kann Amoklauf verstehen.

Hirn schaltet sich ein: bringst nix! Würde eh niemand darauf eingehen oder nur Kopf schütteln, lachen oder wegsehen. Doch was machen? Diese Ohmacht macht mich wahnsinnig.

web2.0 in 4 funky Minuten

wow – ich bezweifle zwar, daß der Clip für diejenigen verständlich ist, die web2.0 nicht ohnehin bereits geschluckt haben, aber für mich bringt’s das Ganze doch recht funky auf den Punkt. Die dunklen Seiten werden einfach weggelassen. Aber vollkommener Optimismus kann auch mal Spaß machen. Wäre eine schöne Aufgabe das dunkle Gegenstück zu diesem hellen Clip zu machen (Überwachung, Kontrolle, Manipulation, etc.).

via So So

De-Branding - Culture Jamming

Donnerstag. 5. Juli, 20:00 Uhr

Aula der Kunsthochschule für Medien

Filzengraben 2, Köln | Nähe Heumarkt

Kost’ nix.

Subversive Gestaltung, kreativer Widerstand, strategische Kritikkommunikation – Irritation, Provokation, Camouflage mit Witz und Ernst – Arbeiten zu diesen Stichworten werden vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt steht der Film „Culture Jamming – Media Actionism in the 21st Century“ , den David Schwertgen persönlich präsentieren wird. Außerdem gibt es die Filme „Burden Of Proof – Democracy is on the Block“ über die Aktion vote-auction von ubermorgen.com und „Nikeground – Rethinking Space“ von 01.org und dem institute for new culture technologies/t0 zu sehen.

Zwischendrin gibt es Zeit Arbeiten aus dem De-Branding-Seminar zu beklatschen oder zu zerreißen und ein Glas Wein zu trinken…

Abrüstung

SaoPaulo nacher 3

[ nacher ] Foto von Tony de Marco

In Sao Paulo entspannt sich der Krieg der Zeichen. Hier waren aber nicht Künstler am Werk, wie in der Wiener Neubaugasse, sondern der Stadtrat. Kein Prank, kein Fake, alles echt. Unglaublich. Oder für man mich hinters Licht? Schlussendlich war ich nicht dort und habe alle Informationen übers Web erhalten.

Nehmen wir mal an die Artikel in der Business Week und in der lateinamerikanischen Ausgabe der Harald Tribune sind nicht erfunden und die Fotos von Tony de Marco zeigen das was sie vorgeben zu zeigen. Wer doch ein bischen Werbung will kann sich ein Interview mit dem brasilianischen Journalisten Vinicius Galvao anhören, das mit amerikanischer “Radiowerbung” beginnt. Danach wird’s aber interessant.

Ein paar wichtiger Punkte aus dem Interview:

• Orientierungspunkte gehen verloren, neue entstehen (architektonische Referenzen statt Mega-Werbeflächen)

• die Architektur wird sichtbar

• soziale Zustände werden deutlicher (und nicht wortwörtlich von Werbung verdeckt)

So wird wahrscheinlich so einiges der Nicht-Medialen Realität – des “echten Lebens” – sichtbarer und spürbarer, wenn das Getöse der Werbung weg fällt. Natürlich kommen dabei nicht nur schöne Sachen zum Vorschein. Doch, wenn Misstände nicht mehr übertüncht werden und damit nicht mehr ignoriert werden können, ist das schon der erste Schritt.

Ambivalent scheint die Tatsache, daß die Initiative aus dem rechten politischen Spektrum stammt. Da kommt der Verdacht auf das Gesetz sei Teil einer quasi faschistoiden “Saubere Stadt”-Aktion. Um das zu beurteilen fehlt mir aber jegliche Grundlage. Hierzu müsste man wohl vor Ort sein, recherchieren und saubere journalistische Arbeit leisten. Aber wer macht das heute schon noch ?-)

Jedenfalls ist Sao Paulo hiermit um eine Attraktion reicher, die paradoxer Weise darin besteht, daß es dort etwas nicht gibt, was ansonsten omnipräsent ist. Bleibt zu hoffen, daß die Zeichen von unten auf den freien Flächen aufblühen und die Zeichen von oben nicht an exklusiven Plätzen wiedererscheinen dürfen.

SaoPaulo vorher

[ vorher ]

vivoleum ist tot

vivoleum

Für die jüngste Aktion der Yes Men, „verkleideten“ sich Mike Bonnano und Andy Bichlbaum als Florian Osenberg und Shepard Wolff, Vertreter von EXXON/Mobil. Sie stellten das Produkt vivoleum vor, für das die tödlichen Nebenwirkungen der Ölwirtschaft genutzt werden, um Öl zu produzieren – aus Leichen.

Florian Osenberg:

“With more fossil fuels comes a greater chance of disaster, but that means more feedstock for Vivoleum. Fuel will continue to flow for those of us left.”

Die Yes Men wurden noch während ihres Auftrittes auf der GO-Expo enttarnt und abgeführt. Und auch danach lässt einer der größten Umweltverschmutzer der Welt, Exxon/Mobil, nicht mit sich spaßen. Die Web-Site zur Aktion vivoleum.com ist inzwischen tot. Auch Site der Yes Men scheint bedroht zu sein. Deshalb suchen die Yes Men einen sicheren Server und Leute, die beim Umzug behilflich sein können. Wer diesbezüglich weiter helfen kann, lese den Hilfeaufruf, der bei sum1 zu finden ist.

Eine Kopie der vivoleum-Site ist noch auf der Web-Site der Yes Men zu finden.

Weiteres zur Aktion:

Die Presseerklärung der Yes Men auf DailyKos.com

Letzte Ölung von Thomas Pany auf telepolis.de

Artikel auf trust-us.ch

Interview mit Andy Bichlbaum auf wired.com

Und vor allem gibt es dieses Video für alle O-Ton-Fans und Lesefaule ;)

Die Aktion hat in der Blogsphäre und auf politisch/ökologisch engagierten Web-Site sofort eine große Welle gemacht. Doch in den Mainstreammedien konnte ich nichts dazu finden. Und das obwohl das Thema Klima momentan mehr als populär ist. Doch, wenn es sich um konkrete Vorwürfe gegenüber gigantischen Unternehmen handelt und nicht nur um nette Tips, wie wir jetzt alle klimafreundlicher konsumieren können, scheint es mit der Popularität bei in den Mainstreammedien nicht weit her zu sein. Muss einen eigentlich nicht verwundern. Schlussendlich hängt deren Überleben ja von den großen Konzernen (= Werbetreibenden) ab, wenn sie nicht ohnehin bereits im Besitz eines Großkonzernes sind.

John Carpenter´s They Live

Im Film “They Live” von John Carpenter kann der Hauptdarsteller mittels speziellen Brillen, die “kodierten” Nachrichten der Außerirdischen sehen, die die Menschheit kontrollieren wollen. Carpenters Filme sind generell ziemlich kritisch (wie Escape from L.A. oder Escape from New York und ich kann sie nur weiterempfehlen. http://www.imdb.com/name/nm0000118/

Bombe zum Frühstück

Pilz

Laut eines Berichtes der Netzzeitung wurde das tschechische Fernsehen gehackt. Anstatt der üblicherweise friedlichen Landschaftsaufnahmen wurde die Explosion einer Atombombe eingespielt. Verantwortlich ist die Initiative «Ztohoven», zu der auch Roman Tyc zählt.

Das Fernsehen zu hacken ist ein alter Traum von mir. Wie wäre dies in Deutschland zu schaffen sein?

Das Video (via rebel:art):

FAKE FANS

FAKE FANS

…, ist ein Projekt welches mit Irritation, Ikonismus, Mode und Subkultur

spielt, und gleichzeitig in Frage stellt.

“Auf allen FAKE FANS-Artikeln findet Ihr Eure Pop-Ikonen in Wort und Bild.

Moment, ist Euch da nicht ein Fehler unterlaufen? -Fehler? NEIN!”

Erhältlich auf www.fakefans.net oder weare@fakefans.net

Radikale Werbungszerstoerung

… mit religioesem Hintergrund. Aus Bozen.

radical-debranding.jpg

Dicke Freunde

Die G8 tagt und wir dürfen auf deine-stimme-gegen-armut.de brav darum bitten, daß die Mächtigen unsere Welt retten. Doch das reicht nicht! Mehr hierzu unter deine-stimme-zaehlt-eh-nicht.de

DEINE STIMME ZÄHLT EH NICHT!

Improv everywhere – we cause scenes

Name und „Claim“ der New Yorker Gruppe sagen eigentlich schon alles. Entdeckt habe ich sie durch folgenden Beitrag auf polylog.tv.

Am besten gefällt mir das fingierte U2-Dachkonzert, deshalb hier der Video von der ImprovEverywhere-Seite zum Thema.

Das Ganze ist ein Rießenspaß und hat definitiv eine politische Dimension, auch wenn diese nicht explizit artikuliert wird, liebes Polylux. Die gefälschte Inszenierung des Kultes ist ebenso authentisch und ebenso künstlich, wie das Original. Wer braucht dann noch das Original? Dann doch lieber gleich selber machen, anstatt irgendwelchen Mega-Acts zu huldigen – wenn das nicht politisch ist …

g8kinder

Man möchte fast meinen die Agenda des G8-Gipfels sei von Attac formuliert worden. Jetzt wird alles gut. Endlich setzen sich auch die Mächtigen für Gerechtigkeit und Umwelt ein. Sogar Deine, d.h. unser aller Stimme, zählt, wie die Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ deutlich macht. Doch all das scheint Attac und anderen Kritikern nicht genug. Laut deren Kritik sind die mächtigen G8-Staaten und ihre Konzerne die Hauptverursacher von Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Umweltverschmutzung – entgegen aller schönen Worte. Was ist da bloß los? Eine Antwort gab Wirtschaftsstaatsekretär Bernd Pfaffenbach, der persönliche Beauftragte der Bundeskanzlerin für die G8, bereits im Dezember letzten Jahres im Interview mit dem Tagesspiegel:

Tagesspiegel: Wie schätzen Sie die Gefährdungslage in Heiligendamm ein?

Pfaffenbach: Die darf man nie unterschätzen. Aber unsere Tagesordnung hat ja nichts Aggressives, sondern wir wollen den Wohlstand in der Welt mehren, vor allem in den nicht so reichen Ländern.

Wir bieten nur eine schmale Angriffsfläche. Wir müssen aber den Nichtregierungsorganisationen als Gesprächspartner zur Verfügung stehen, und das tun wir. Auch die Kanzlerin wird das tun. Wenn wir viel Offenheit zeigen, haben wir gute Chancen, dass unser Land eine sehr gute Figur macht.

Da liegt der Verdacht liegt nahe, dass es primär darum geht eine gute Figur zu machen. Hierbei sind auch wieder allerlei gute Figuren behilflich, wie z.B. der notorische Bob Geldorf, der zusammen mit Katja Riemann in einem Kino-Spot für den G8-Gipfel wirbt. Geldorf stand auch schon beim Gipfel in Gleneagles im Mittelpunkt und an der Seite der Mächtigen. Er, Bono und andere Berufene haben sich öffentlich für „die gute Sache“ ausgesprochen und mit dem live8-Event dem G8-Gipfel ein verheißungsvolles Rahmenprogramm und Image anheim gestellt. Bono und Blair machen Armut Geschichte! In diesem Jahr organisiert Geldorf den Intellectual Live 8 an der Hertie School of Governance. Mit dabei sind illustre Köpfe, die in der Runde sicherlich einige gute und noch mehr gut gemeinte Sachen sagen werden, die die Mächtigen dann in ihre Agenda einbauen können, ohne jedoch Taten folgen zu lassen, die wirkliche Veränderungen bewirken. So zumindest ist es wohl schon beim Gipfel 2005 gelaufen, auf dem sich die Allianz aus Entertainern und Polikern als Retter der Welt in Szene setzten. Doch die Bilanz der tatsächlichen Taten, die darauf hin folgten hört sich weniger heldenhaft an, wie George Monbiot berichtet, der seine Artikel The Man Who Betrayed the Poor mit folgenden Worten schließt:

There is just one thing that Geldof can now do for Africa. This is to announce that his optimism was misplaced, that the mission was not accomplished, that the struggle for justice is as urgent as ever. But while he holds his tongue, he will remain the man who betrayed the poor.

Timeline Branding

Google-Labs Timeline-Feature ordnet die Treffer zu den gesuchten Begriffen in nach Jahreszahlen an. Hier das Ergebnis zu “Branding” (“branding” view:timeline). Wie gut das nun inhaltlich funktioniert muss ich noch überprüfen. Mehr dazu demnächst.

Demokratisches De-Branding

… wollte eigentlich nur mal twiigs ausprobieren. Könnte sich daraus ein ernsthaftes Werkzeug im Meinungsbildungsprozess entwickeln?

Teenie branding

Marken wie A-Style und Playboy sind anscheinend von italienischen Teenagern sehr beliebt. Sie moegen diese Marken so sehr, dass sie sich selbst in ‘Brander’ verwandeln und die Brands durch Guerilla Marketing Aktionen unterstuetzen. Das alles in Bozen, im italienischen Virtel. Sex sells.

playboy1.jpg

a-style11.jpg

a-style21.jpg

astyle.png

Graffiti Moses

moses jepsey

oben: Moses sprühte den Style von Jepsey nach, einem Sprüher

aus dem Rhein-Main Gebiet. (ca.2006-1995)

Als eine Art Hommage-Aktion sprühte der Hamburger Srayer “Moses”

Style und Bilder alter Graffiti Legenden nach. In der Szenen wurde die

Idee gut aufgenommen, jedoch fand z.B. der Sprayer “Razor”, dessen

Bilder auch “kopiert” wurden, die Aktionen als gebited (geklaut).

Quelle: Graffiti Magazin graffiti-magazine.net:

Sexy Infografik

Eigentlich hat das nichts mit De-Branding zu tun. Ich konnte dennoch nicht der Versuchung widerstehen auf den infografischen Film zum Thema Internet-Pornografie zu posten. Es ist wohl kaum möglich Infografik sexier zu präsentieren, dabei dem Thema zu entsprechen und auch noch Werbung zu machen.

Unter dem Titel Transparency versammelt das GOOD-Magazin eine Menge unterhaltsamer Infografik-Filmchen, wie z.B. auch diesen hier zum Thema Atom-Waffen.

Die Filmchen sind nett und hübsch. Doch mit dem Informationsgehalt ist’s dann doch oft nicht weit her. Es ist nicht möglich Zahlen selbst zueinander in Beziehung zu setzen und Zeit zum eigenen Nachdenken bleibt auch nicht – also doch eher Desinfografik!

Daß dies auch anders geht zeigt der Animationsfilm „Wie funktioniert Geld?“ von Max von Bock, der sehr grundsätzlich und kritisch über das Geld an sich berichtet.

Zu Teil 2 und 3.

Der Geld-Film verlangt natürlich auch etwas mehr Zeit und Mitdenken. Nix ist umsonst! – selbst Erkenntnis nicht.

… und die Dekonstruktion landläufiger Vorstellungen hat natürlich was mit De-Branding tun ;)

Am 7. und 20. Mai läuft um 22 Uhr ein “Culture Jamming”-Feature im Lichtblick Kino in Berlin-Prenzlauer Berg. Mit dabei:

“Culture Jamming – Media Actionism in the 21th Century” – 30 min. Doku von David Schwertgen

“Burden Of Proof – Democracy Is On the Block” – 30 min. CNN-Sondersendung zur voteauction-Aktion von ubermorgen.com

“Nikeground – Rethinking Space” – 7 min. DVD über die Aktion Nikeground von 01.org und Public Netbase

Sacred Lights

via Wooster:

mc_d1.jpg mcd2.jpg

Laura:

“I’m currently looking in to the world of magical thinking, that of belief systems be it regarding religion, superstition, obsessive disorders and advertising, each of which controls the thinking of an individual by potentially negative assumptions i.e I am not worthy/guilt/sin/ideals.

I have been looking at stained glass windows and how they are installed to let only sacred light through them in to the vacinity of the holy area, whilst depicting holy scenes or preaching holy scripture as to how one should behave and live their life, this in turn had me look at billboards and how they too preach ‘scripture’ and depict how one should behave and live their life. So to the job in hand I set out for my first project : to transform a bus shelter billboard (lit at night) to a stained glass window as

a comparison between the two ‘sacred lights'”

Pampered & Privileged

Paris Hilton scheint in der Culture Jamming Szene sehr beliebt zu sein… Nach Baksys Prank, eine Aktion von Vinchen. Arme Paris, verhaftet und verarscht.

via Wooster

Recently the Columbus, Ohio Hilton Hotel exhibited the work of Vinchen, albeit unknowingly.

The artist tells us – “The Hilton Hotel presents itself as a paragon of excellence and class. The brand’s image badly needed updating.”

hiltonclass.jpg

BP, beyond petroleum???

Wieder ein typisches Beispiel von CSR (Corporate Social Responsibility), diesmal von BP (vor einiger Zeit noch “British Petroleum”): in einer 100% dem Klimawandel gewidmeten Ausgabe des “Spiegel” (01/2007) kann man 4 verschiedene Anzeigen betrachten:

cover.jpg csr1.jpg csr2.jpg csr3.jpg csr4.jpg

cargill ist laut Wikipedia das weltweit zweitgrößte Unternehmen in Privatbesitz. Cargill fabriziert eine Menge Produkte für die Landwirtschaft und aus landwirtschaftlichen Produkten (von Futtermitteln bis hin zu Zwischenprodukten für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie). Cargill ist vergleichbar mit Firmen wie Monsanto und Dow einer der großen Ausbeuter der wirtschaftsliberalen Globalisierung. Greenpeace protestiert gegen deren industriellen Anbau von Soja im Amazonas-Gebiet, für den Regenwald gerodet und die lokale Bevölkerung ausgebeutet wird.

Alles in allem Anlass genug für eine Identitätskorrektur aus dem Hause Yes Men. Deren Imitation der cargill-Site enthält pointierte Statements, wie sie cargill selbst nie von sich geben würde, die aber ganz gut den Geist hinter den Strategien und Praktiken des Unternehmens offenbaren. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Cargill is not only about “upwards and onwards.” Cargill is also against measures that slow down progress. Thanks to Cargill, what you need keeps coming Big, Strong, and Easy™ (BSE).

Aus der Sektion „Crop & Livestock“

What is a cow? A cow is an animal. But a cow is also useful. With a cow, we feed our children, and clothe our feet, and even glue together the flaps of our cardboard boxes so that they do not burst.

Similarly, human society can be very useful. It is not just a collection of people living their lives, eating food from the garden, behaving as might be expected. No: a human society, like a cow, can bring unexpected gains in the form of long-term and short-term dividends.

Cargill is thus beautifully poised to benefit from the global agribusiness economy.

Last but not least von der Seite „News & Views

Media Tools

Besides the news release and VNR, what sort of tools do we have at our disposal? This section will soon have a compilation of techniques and methods that Cargill and others can use to help sway public opinion.

Fleißig wurde hier Satire getextet. Leider kann ich im Web nichts aussagekräftiges über Verlauf und Wirkung der Aktion finden. Auch nicht wann sie lanciert wurde. Registriert wurde die Domain bereits am 16.9.2005 von einem gewissen Harvey Chesterfield mit der Emailadresse info@dowethics.com.

Ist die Aktion noch ganz neu und hat sie deshalb noch keine Wellen geschlagen? War ich nur zu blöd, um was zu finden? Oder hat sie einfach nicht richtig gezündet?

Vielleicht letzteres. Ich frage mich jedenfalls schon seit einiger Zeit, wie oft das typische Yes-Men-Vorgehen mit gefälschten Corporate-Sites noch funktionieren kann. Speziell in diesem Falls kommt mir die Satire in den Texten auch zu offensichtlich vor. Es fehlt die Ambivalenz und damit die Irritation. Aber vielleicht geht das nur mir so, da ich schon so viele Yes-Men-Arbeiten gesehen habe (und großartig finde).

« Prev - Next »