{"id":369,"date":"2008-09-28T20:47:29","date_gmt":"2008-09-28T18:47:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.de-brand.net\/blog\/was-treibt-die-kunst-an\/"},"modified":"2008-09-28T20:47:29","modified_gmt":"2008-09-28T18:47:29","slug":"was-treibt-die-kunst-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.de-brand.net\/blog\/2008\/09\/28\/was-treibt-die-kunst-an\/","title":{"rendered":"Was treibt die Kunst (an)?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.taz.de\/uploads\/hp_taz_img\/xl\/5776100.jpg\" title=\"Schweinekunst\" alt=\"Schweinekunst\" width=\"100%\" \/><\/p>\n<p>In ihrem ausgezeichneten Artikel &#8220;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/kuenste\/artikel\/1\/das-diktat-der-marken\/\">Kunst und Publicity \u2013 Das Diktat der Marken<\/a>&#8221; bringt Brigite Werneburg in der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\">TAZ<\/a> auf den Punkt, was Kunst heute (an)treibt. Sie beschreibt, wie das Branding-Paradigma [1] sich auf &#8220;die Kunst&#8221; auswirkt und welche Interessen es n\u00e4hren.<\/p>\n<p>Hier ein kleiner Ausschnitt:<\/p>\n<blockquote><p>So aufregend hat man sich das Crossover von Mode und Kunst immer vorgestellt. St\u00f6rende Gegenentw\u00fcrfe kommen dank der Marketinginstrumente der Corporate Culture erst gar nicht ins Spiel. Denn als Form einer weiterreichenden Markenbildung dr\u00e4ngt sie die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Werk selbst erfolgreich in den Hintergrund.<\/p>\n<p>Wie schon das deutsche &#8220;Gesetz \u00fcber den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichnungen&#8221; wei\u00df, kann &#8220;niemals ein Produkt die Marke selbst sein. Was also produktbedingt geformt ist, stellt gleichzeitig nicht die Marke des Produkts dar.&#8221; Ganz dieser Definition entsprechend wird denn auch anl\u00e4sslich von Jeff Koons Versailles-Auftritt auf einer ganzen Zeitungsseite des Figaro wohl \u00fcber die G\u00e4steliste des Galadinners (u. a. die Schauspielerin Fanny Ardant, Schlankmacher Karl Lagerfeld, Albert von Monaco und Gloria, F\u00fcrstin Thurn und Taxis etc. etc.), nicht aber \u00fcber die Ausstellung selbst debattiert. Sensationsheischend ist der Ton hier wie dort, wo die Kunstberichterstattung Damien Hirsts Sothebys Auktion verteidigt und feiert.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich steht die abenteuerliche Aktion mehr f\u00fcr die Marke Hirst als die sattsam bekannten Schmetterlingsbilder, Arzneimittelschr\u00e4nke oder in Formaldehyd eingelegten Tierkadaver seines Werks.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dem Artikel ist eigentlich nicht viel hinzuzuf\u00fcgen, ausser wie man nun als Mensch, f\u00fcr den Kunst an sich bedeutsam ist, damit umgehen kann. Ich bin f\u00fcr Ignorieren. Wenn das gelegentlich aufgrund der Omnipresenz des Spektakels nicht klappen sollte, dann dieses einfach nicht ernst nehmen, l\u00e4cheln und weitergehen, \u2013 zur Kunst. Sich ausschlie\u00dflich auf die Wahrnehmung der Kunst konzentrieren und dem Ganzen Drumherum keine Beachtung schenken. Jeder Versuch auf kreative Weise das Branding-Kunst-Ph\u00e4nomen zu dekonstruieren wird es noch mehr st\u00e4rken. De-Branding kann hier nur in der pers\u00f6nlichen Wahrnehmung passieren, nicht als Aktionismus. Denn letzterer w\u00fcrde den Brands der Kunst nur noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen und\/oder im Erfolgsfall sofort vereinnahmt werden und selbst zum n\u00e4chsten Kunst-Brand werden (oder zum n\u00e4chsten Mode-Brand oder beides ;-)<\/p>\n<p>[1] Es scheint\u00a0 in unserer globalen Konsumkultur ein <em>Imperativ des Image<\/em> herrschen. Arbeite an deinem Image und nehme Images <em>wahr<\/em>! Dieser Imperativ zieht sich durch alle Bereiche und Ebenen der Gesellschaft. <em>Alle<\/em> handeln danach: Individuen, Unternehmen, Nationen, &#8230; und eben auch K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Wenn nun &#8220;<em>Image!<\/em>&#8221; der Imperativ ist, dann ist Branding, also strategisches Image Management,\u00a0 das Paradigma \u2013\u00a0 das Muster, das sich durch alles zieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem ausgezeichneten Artikel &#8220;Kunst und Publicity \u2013 Das Diktat der Marken&#8221; bringt Brigite Werneburg in der TAZ auf den Punkt, was Kunst heute (an)treibt. Sie beschreibt, wie das Branding-Paradigma [1] sich auf &#8220;die Kunst&#8221; auswirkt und welche Interessen es n\u00e4hren. 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